Die Menschheit nimmt das grösste Infrastrukturprojekt ihrer Geschichte in Angriff. Mit diesen Worten überschreiben die Marktforscher von Gartner ihre erneut nach oben korrigierte Prognose der Ausgaben für Rechenzentrumssysteme und IaaS (Infrastructure as a Service).
Neu würden die Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien im laufenden Jahr 6,4 Billionen US-Dollar erreichen. Dies entspreche einem Anstieg von 14,2% gegenüber 2025. Im April war Gartner noch von
6,3 Billionen und einem Wachstum von 13,5% ausgegangen.
Die veränderte Prognose sei hauptsächlich auf Mehrausgaben in Rechenzentren, IaaS und Software zurückzuführen, so der Marktforscher. Dies spiegele die wachsenden Investitionen in KI-Infrastruktur, Cloud-Plattformen und intelligente Anwendungen wider, kommentiert Gartner-Analyst John-David Lovelock.
Kein genereller Investitionsschub
Die drei Segmente mit dem stärksten Wachstum sind den Expertinnen und Experten zufolge Rechenzentren mit Ausgaben von neu 822 Milliarden Dollar und einem Zuwachs von 62,5% gegenüber dem Vorjahr, gefolgt von IaaS (287 Milliarden, 29,3%) und Software (1468 Milliarden, 15,5%). Bis anhin hatten die Prognosen noch auf 788 Milliarden für RZs und 1444 Milliarden für Software gelautet. IaaS kam in der Schätzung im April gar nicht vor.
Gartner-Analyst Lovelock beobachte jedoch nicht, dass "die steigende Flut alle Boote hebe". "Die Technologiebudgets stehen unter Druck durch Inflation, Lieferengpässe, steigende Hardware- und Speicherkosten, Finanzierungsinitiativen für KI sowie sich verschiebende Prioritäten", sagt er in einer Mitteilung. Entsprechend hat Gartner seine Prognose für IT-Services massiv nach unten korrigiert: Neu sollen "nur" 1570 Milliarden investiert werden. Bis anhin waren die Analysten von 1870 Milliarden ausgegangen, wobei hier IaaS wahrscheinlich hinzugezählt wurde. Dann sind die Veränderungen in diesem Bereich allerdings marginal.