Kleinere Firmen drängen Tech-Giganten, den Digital Markets Act einzuhalten

17. Januar 2024 um 10:08
image
Foto: Adi Goldstein / Unsplash

Die EU-Regulierung sieht Vorgaben für Technologie-Konzerne vor. In einem offenen Brief fordern kleinere europäische Firmen die Gatekeeper zu mehr Zusammenarbeit auf.

Eine Reihe von europäischen Tech- und Online-Firmen hat einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie Big-Tech vorwerfen, nicht genug zu tun, um effektiv mit ihnen zusammenzuarbeiten. Hintergrund ist der Digital Markets Act (DMA) der EU, der Ende letzten Jahres in Kraft getreten ist. Die Regulierung sieht vor, dass die von der EU als Gatekeeper klassifizierten Tech-Giganten bestimmte Vorgaben umsetzen.
So müssen Alphabet, Amazon, Microsoft und Co. in bestimmten Situationen die Interoperabilität ihrer Dienste sicherstellen oder Nutzern ermöglichen, einen Service eines Drittanbieters auch ausserhalb der Gatekeeper-Plattform zu beziehen. Letzteres betrifft beispielsweise die App-Stores
Den Brief haben gemäss einem Bericht von 'CNBC' gut 20 Unternehmen unterzeichnet, darunter der holländische Onlinemarktplatz OLX, das norwegische Online- und Medienunternehmen Schibsted oder der französische Suchmaschinen-Anbieter Qwant. Sie fordern die EU-Kommission und das Europäische Parlament auf, "alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um sicherzustellen, dass die Gatekeeper Wortlaut und Geist des DMA einhalten", zitiert die Newsplattform aus dem Schreiben.

Dialog gefordert

Die Gatekeeper haben noch bis zum 7. März Zeit, um die Vorgaben der EU umzusetzen. Im Brief heisst es gemäss Bericht weiter, dass derzeit Unternehmen und Verbraucher weitgehend "im Dunkeln darüber gelassen" werden, was nach dieser Deadline passiert.
Die Unterzeichner, zu denen neben den Unternehmen auch Branchenverbände gehören, fordern die "Gatekeeper dringend dazu auf, so schnell wie möglich mit Geschäftsanwendern und anderen Interessengruppen wie Unternehmens- und Verbraucherverbänden in einen konstruktiven Dialog zu treten und bei den vorgeschlagenen Compliance-Lösungen rasch Fortschritte zu erzielen."

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Wallis vergibt E-Justiz-Grossprojekt

Mit dem Projekt modernisiert der Kanton die digitale Arbeitsumgebung seiner Gerichte und der Staatsanwaltschaft. Die drei ausgeschriebenen Lose umfassen ein Gesamtvolumen von rund 3,29 Millionen Franken.

publiziert am 30.7.2026
image

KI-RZs und Software treiben globale IT-Ausgaben

Das Analystenhaus Gartner nennt den massiven Ausbau von Rechenzentren für KI das grösste Infrastrukturprojekt, das die Menschheit je in Angriff genommen hat.

publiziert am 29.7.2026
image

SBB stecken weitere 280 Millionen in Bahnleitsystem

Die Vertragsverlängerung mit Siemens Mobility Schweiz soll den Betrieb bis zur Einführung einer neuen Generation von Bahnleittechnik sicherstellen.

publiziert am 29.7.2026
image

UBS spart 1,1 Milliarden durch CS-Migration

Alleine in den vergangenen drei Monaten will UBS durch die Stilllegung von Credit-Suisse-Systemen Kosteneinsparungen von 1,1 Milliarden Dollar realisiert haben.

publiziert am 29.7.2026