Luzerner Aufsichtskommission äussert sich zum Educase-Debakel

16. Juni 2023 um 09:29
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Foto: Holly Landkammer / Unsplash

Im Kanton Luzern geht die Aufarbeitung der gescheiterten Schulsoftware-Beschaffung weiter. Die AKK des Kantonsrates gibt Empfehlungen ab.

Im Februar 2022 brach Luzern die Einführung die Schul­admini­strations­lösung Educase ab. Seither ist im Kanton die politische Aufarbeitung des gescheiterten Projekts im Gang. Wie die Aufsichts- und Kontrollkommission des Kantonsrates (AKK) mitteilt, hat sie jetzt dem Regierungsrat den externen Evaluationsbericht zu Educase unterbreitet.
Die AKK hatte einen unabhängigen Experten damit beauftragt, die Umstände aufzuarbeiten, die zum Scheitern führten. Ein Ausschuss der AKK habe den Evaluationsbericht "eingehend studiert und gewürdigt". Gestützt auf den Bericht spricht der Ausschuss Feststellungen und Empfehlungen an den Regierungsrat aus.

IT-Lösungen müssen konsequent getestet werden

Die Kommission empfiehlt der Regierung eine Reihe von Massnahmen. So brauche es künftig einen bewussten Entscheid, ob eine IT-Lösung selber entwickelt oder am Markt eingekauft werden solle. Das Testing sei rechtzeitig und konsequent zu etablieren und anzuwenden.
"Störungen sind prioritär zu behandeln. Im agilen Vorgehen ist auch die Möglichkeit von Restanzen und Fehlern mit einzuplanen. Es braucht eine angemessene Kommunikation mit den Gemeinden und Schulen", so die Mitteilung.

Evaluationsbericht noch nicht öffentlich

In der aktuellen Legislatur sei eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Bericht und den Empfehlungen nicht mehr möglich, hält die AKK fest. Deshalb solle dem neuen Regierungsrat eine gebührende Verarbeitungszeit gewährt werden.
Der Evalutionsbericht ist bis jetzt nicht öffentlich zugänglich. Der AKK sei es aber ein Anliegen, "dass zu einem späteren Zeitpunkt auch der Evaluationsbericht unter Wahrung des Amtsgeheimnisses und in geeigneter Form gegenüber der Öffentlichkeit publiziert wird". Sie werde die Öffentlichkeit auch über die Umsetzung ihrer Empfehlungen auf dem Laufenden halten.

Nachfolgeprojekt "StabiLU" auf Kurs

Anfang des Jahres hatte sich der Kanton mit der Educase-Herstellerfirma Base-Net Education gütlich geeinigt. Die Soft­ware­firma verzichtete auf eine Klage. Seitens der Kantonsverwaltung gab es laut der Regierung keine Hinweise auf Pflichtverletzungen. Nach dem gescheiterten Projekt hatte die Firma Base-Net Education im Juni 2022 die Einstellung ihres Betriebs bekannt gegeben.
Im Kanton Luzern läuft die Einführung einer Nachfolgelösung für die Schulen. Mit dem Projekt "StabiLU" wurde im April die Firma CM Informatik beauftragt. Budgetiert sind 7,1 Millionen Franken. Die Pilotphase soll 2025 starten. Wie die AKK des Kantonsrates schreibt, habe sie die Regierung bereits im Rahmen eines Zwischenberichtes über die für das Nachfolgeprojekt erheblichen Erkenntnisse informiert und damit deren frühzeitige Berücksichtigung sichergestellt. Gemäss dem Kenntnisstand der Kommission ist "StabiLU" auf Kurs.
(Mit Material von Keystone-sda)

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