Luzerner Educase-Debakel endet in gütlicher Einigung

3. Januar 2023, 13:01
image
Foto: Unsplash+

Der Kanton und die Entwicklerfirma konnten ihren Streit beilegen. Das Debakel rund um die Schulsoftware hat somit keine rechtlichen Konsequenzen.

Der Kanton Luzern hat sich nach dem Desaster rund um die Schul­ad­mi­ni­stra­tions­­software Educase gütlich mit der Herstellerfirma geeinigt. Die Soft­ware­firma Base-Net Education aus Sursee verzichte auf eine Klage. Seitens der Kantonsverwaltung gab es laut der Regierung keine Hinweise auf Pflichtverletzungen.
Personalrechtliche Massnahmen seien nicht nötig gewesen, deshalb sei auch keine Administrativuntersuchung eingeleitet worden, hält der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Anfrage von Kantonsrätin Anja Meier (SP) fest. Meier wollte wissen, wie der Kanton Luzern Administrativuntersuchungen handhabe und wieso im Falle der Schulsoftware keine solche eingeleitet worden sei.
Der Kanton hatte im Februar 2022 die Einführung der Schul­admini­strations­lösung wegen unterschiedlicher Auffassung zum Projekterfolg abgebrochen. 64 Gemeinden hatten damals bereits mit der Software gearbeitet. In der Folge stellte die Herstellerfirma den Betrieb ein, bis der Kanton ausstehende Zahlungen geleistet habe. Per Ende Juli 2022 stellte das Unternehmen seine Aktivitäten ganz ein.
Die Regierung hält in ihrer Antwort fest, dass im Kanton Luzern die Dienst­stellen die Kompetenz haben, Administrativuntersuchungen einzuleiten. Dafür brauche es aber einen Anhaltspunkt dafür, dass eine Dienstpflicht verletzt wurde. Der Regierungsrat geht davon aus, dass solche Administrativunter­such­ungen nur vereinzelt ausgelöst werden. Deren Zahl dürfte sich jährlich zwischen 1 und 5 bewegen.

Kommission untersucht Abbruch

Das Scheitern des Projekts der neuen Schulverwaltungssoftware Educase hatte die Aufsichts- und Kontrollkommission (AKK) des Luzerner Kantonsrats auf den Plan gerufen. Sie startete im April eine Untersuchung, weil der Ab­bruch der Übung einen "erheblichen finanziellen Schaden" verursacht habe.
Genauer untersucht würden der Beschaffungs-, Steuerungs-, Entwicklungs- sowie der Ausstiegsprozess. Zudem würden auch die Verantwortlichkeiten genau geklärt. Ein rechtliches Nachspiel habe der Abbruch nicht. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA' hiess es beim Bildungs- und Kultur­departement, das Ziel sei es immer gewesen, mit der Herstellerfirma eine gütliche Einigung zu erzielen. "Dies ist gelungen."

Loading

Mehr zum Thema

image

Wegen Whatsapp: Bank wälzt Millionen-Busse auf Angestellte ab

Finanzregulatoren hatten mehreren Banken wegen der Nutzung von Whatsapp hohe Bussen auferlegt. Morgan Stanley reicht diese nun an Mitarbeitende weiter.

publiziert am 27.1.2023
image

Schwyz erhält einen neuen CIO

Im Sommer wird Marcel Schönbächler die Leitung des Amts für Informatik im Kanton übernehmen.

publiziert am 27.1.2023
image

Crypto Valley: Sehr gute Miene zum sehr bösen Spiel

Die Investoren-Vereinigung CV VC befindet im neusten "Top 50"-Report: Der Laden brummt, die Zukunft strahlt. Sie hat dafür einige Fantasie walten lassen.

publiziert am 27.1.2023
image

Podcast: Wie fair und objektiv ist künstliche Intelligenz?

Der Bundesrat will, dass KI Behörden effizienter macht. Warum das zu einem Problem werden kann, diskutieren wir in dieser Podcast-Folge.

publiziert am 27.1.2023