Vor zwei Wochen hat der Regierungsrat des Kantons Luzern
bereits dargelegt, warum er glaubt, dass der vorgesehene Einsatz von M365 in der Kantonsverwaltung den Schutz von sensiblen Daten nicht in Gefahr bringen werde. In drei Tagen, am 27. Oktober 2025, werden im Parlament gleich
mehrere kritische Vorstösse zum Thema M365 behandelt.
Im Vorfeld versucht die Kantonsregierung ein weiteres Mal, Bedenken bezüglich des Datenschutzes zu zerstreuen. Wie sie betont, solle die "grosse Mehrheit der Verwaltungsdaten" auch nach der Migration nicht in der Microsoft-Cloud gespeichert werden. Personenbezogene Daten wie Steuerdaten, Gesundheitsdaten oder auch Informationen über potenzielle Gefährder und Opfer häuslicher Gewalt würden in lokal betriebenen Fachapplikationen bearbeitet und auch gespeichert. Dies gelte auch für psychologische Gutachten von Berufsschullernenden und Gefängnisinsassinnen und -insassen oder Dokumente zu Konkursen.
Insgesamt würden auch künftig rund 95% aller Daten in der kantonalen Obhut und den Fachapplikationen bleiben, so die MItteilung. Bei der Einführung von M365 gehe es nicht um eine Datenmigration. Daten und Dokumente würden nicht automatisch von bestehenden Speicherorten in die Cloud verschoben.
Knackpunkt Datenklassifizierung
Das Problem ist allerdings, dass viele Dokumente erstmal in Microsoft-Applikationen wie Word oder Excel erstellt werden und erst danach in Fachapplikationen eingespeist werden. Zudem könnten sensible Files von Mitarbeitenden via Cloud-Kollaborationsservices, beispielsweise Teams, geteilt und zusammen bearbeitet werden. Die Regierung glaubt aber, dass dieses Problem durch eine sorgfältige Datenklassifizierung gelöst werden kann. Auf deren Einführung lege man grossen Wert.
Aktuell würden "ausführliche Tests" für die Anwendung der Datenklassifizierung laufen, schreibt die Regierung. Erst wenn diese abgeschlossen seien, würden die entsprechenden Dienste eingeführt. Die Einführung von M365 erfolge in drei Phasen. Die erste Phase, die Office-Migration, sei bereits erfolgreich abgeschlossen worden. In einem nächsten Schritt werde Skype for Business durch Telefonie via Teams abgelöst. Erst in der dritten Phase sollen die kollaborativen Plattformen eingeführt werden. Für diesen Schritt sei eine Klassifizierung der Daten Bedingung.