Microsoft möchte europäische Cloud-Provider besänftigen

8. Februar 2024 um 11:11
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Microsoft möchte eine langwierige EU-Untersuchung wegen wettbewerbswidrigen Praktiken verhindern und hat Verhandlungen mit CISPE begonnen.

Wie 'Reuters' in einem Exklusivbericht schreibt, haben Microsoft und die Organisation CISPE Verhandlungen eröffnet, um ihre Differenzen beizulegen. Dies haben beide Seiten gegenüber der Nachrichtenagentur bestätigt. CISPE ist eine Vereinigung von 26 mittelgrossen europäischen Cloud-Providern sowie dem Schwergewicht AWS. Die Mitglieder werfen Microsoft wettbewerbswidrige Praktiken vor. Der US-Konzern biete Kunden für Softwareprodukte weiterhin günstigere Lizenzen an, wenn sie die Microsoft-Cloud-Plattform Azure zu deren Betrieb nutzen.
Falls es zu einer Einigung kommt, könnte Microsoft eine langwierige Untersuchung durch die EU-Kommission verhindern beziehungsweise beenden. Dazu müsste der Softwaregigant den CISPE-Mitgliedern aber stark und schnell entgegenkommen. "Wir sind für eine schnelle und effiziente Beseitigung des Problems. Wir müssen aber betonen, dass dies nur geht, wenn Microsoft seine unfairen Lizenzpraktiken beendet", erklärte dazu der Generalsekretär der CISPE Francisco Mingorance. Man verlange in den Gesprächen schnelle und substantielle Zugeständnisse schon im ersten Quartal 2024.
Grosse europäische Cloud-Provider, darunter OVHcloud, hatten sich Anfang 2022 über die Lizenzpraktiken von Microsoft beschwert. Die EU-Kommission hatte daraufhin begonnen, Kunden und Partner des Softwareriesen nach ihrer Meinung zu fragen. Im August 2022 nahm Microsoft dann einige Änderungen vor, die aber viele Cloud-Provider noch nicht zufrieden gestellt haben.
Wenn es jetzt zu einer Einigung mit der CISPE kommt, könnte die EU-Kommission geneigt sein, ihre Untersuchung einzustellen. OVHcloud, der grösste europäische Cloud-Infrastruktur-Provider, ist aber bei der CISPE nicht dabei, ebensowenig wie einige andere grosse regionale Anbieter.

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