Microsoft sitzt neu im Verwaltungsrat von OpenAI

1. Dezember 2023 um 12:57
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Durch den VR-Sitz erhält der Software-Konzern vertieften Einblick in den gemeinnützigen Teil des Unternehmens. Stimmrecht hat die Person allerdings nicht.

Microsoft erhält Einsitz im Verwaltungsrat des ChatGPT-Entwicklers OpenAI – allerdings ohne Stimmrecht. Der Softwarekonzern, der mit 49% an "OpenAI Global" beteiligt ist, wird ein Mitglied "mit Beobachterstatus" in das Führungs- und Aufsichtsgremium des Startups entsenden, wie OpenAI mitteilte. Drei Mitglieder des Verwaltungsrats von "OpenAI Inc." stehen bereits fest. Es sind der Silicon-Valley-Veteran Bret Taylor als Vorsitzender, der frühere US-Finanzminister Larry Summers und der Quora-Chef Adam D'Angelo. Wen Microsoft entsenden wird, steht offenbar noch nicht fest. Sam Altman wird nicht im Gremium sitzen; die kurzzeitig zur Interims-CEO berufene Tech-Chefin Mira Murati kehrt in ihre angestammte Rolle zurück. Auch der geschasste Greg Brockman ist zurück, allerdings nur als "President", und nicht als Teil des Aufsichtsgremiums, wie es bei 'The Information' (Paywall) heisst.
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Grafik: OpenAI.com

Die Firmenstruktur bei OpenAI ist einigermassen kompliziert. Der Verwaltungsrat ("Board of Directors") kontrolliert "OpenAI Inc.", den Non-Profit-Firmenteil. Microsoft indes ist mit 49% an "OpenAI Global" beteiligt, dem kommerziellen Arm des Unternehmens. Durch den neuen VR-Sitz erhält Microsoft nun erstmals auch Einsicht in den nicht-gewinnorientierten Firmenteil. Dieser Sitz hat zwar kein Stimmrecht, ist aber dennoch einigermassen bedeutsam - eben weil der Konzern dadurch zu Informationen kommt, die ihm bislang zumindest offiziell verwehrt blieben.

Turbulente Tage nach einem abgekarteten Spiel?

Die Neuigkeiten kommen nach turbulenten Tagen beim Startup, das genau vor einem Jahr den Chatbot ChatGPT lancierte. Der bisherige Verwaltungsrat hatte OpenAI-Chef Sam Altman am 17. November völlig überraschend entlassen. Nur vier Tage später vollzog das Unternehmen eine Kehrtwende und verkündete eine Rückkehr des 38-Jährigen. Dazwischen hatte Microsoft angekündigt, Altman als Chef eines neuen KI-Forscherteams anzuheuern. Ausserdem hatte die Mehrheit der OpenAI-Mitarbeiter angedroht, Altman zu Microsoft zu folgen, sollte der für die Entlassung verantwortliche Verwaltungsrat nicht zurücktreten.
Wir hatten vergangene Woche kommentiert, dass das ständige Hin- und Her ein unwürdiges, abgekartetes Schauspiel war. Und dass die Lösung, um Ethik, Moral sowie der diskriminierungsfreie Einsatz von ChatGPT zu retten, nur die Aufspaltung der Firma sein kann. Das würde bedeuten, dass es zwei voneinander unbhängige Unternehmen werden und das bisherige Konstrukt entflochten wird.
(Mit Material von Keystone-sda)

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