Die Zuger Startups erhalten doch kein zusätzliches Geld vom Kanton. Ein Vorschlag von Finanzdirektor Heinz Tännler für einen 100-Millionen-Franken-Fonds wurde von seinen Regierungskollegen verworfen, wie der
'Tagesanzeiger' (Paywall) berichtet. Mehrere Quellen hätten bestätigt, dass das Geschäft eingehend diskutiert, aber schliesslich doch abgelehnt worden sei.
"Eine Umfrage der Swiss Blockchain Federation (SBF) im April 2020 hat gezeigt, dass mehr als zwei Drittel derjenigen Startups, die einen Covid-19-Bürgschaftskredit beantragt haben, diesen nicht erhalten haben", moniert Tännler in einer Mitteilung der Zuger Regierung. Deshalb hat der Regierungsrat nun beschlossen, zukunftsfähige Startups mit 5 Millionen Franken zu unterstützen.
Der Kanton greift auf das bundesrätliche Bürgschaftsprogramm für Startups zurück. Konkret sollen Startups bei einer beliebigen Bank einen Kredit beantragen können, der unmittelbar durch eine Bürgschaftsgenossenschaft und mittelbar durch den Bund (65 Prozent) und den Kanton Zug (35 Prozent) verbürgt sei, heisst es in der Mitteilung. Die Bürgschaftsgarantie beläuft sich auf 15 Millionen Franken, davon werden 5 vom Kanton und 10 Millionen Franken vom Bund getragen.
Für die Entscheidung, welche Startups als "zukunftsfähig" gelten und damit Anrecht auf Unterstützung haben, arbeitet die Finanzdirektion mit externen Experten zusammen. Bei Jungunternehmen, die grundsätzlich ein hohes Ausfallrisiko haben, sei die Einschätzung der Zukunftsaussicht "äusserst anspruchsvoll", sagt auch Tännler.
Anfang April hatte der Branchenverband SBF eine Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Crypto Valley und die Schweizer Blockchain-Szene durchgeführt. Die Kernaussage lautete damals: Die Krise habe existenzbedrohende Auswirkungen. Rund 80% der befragten 203 Unternehmen hatten angegeben, dass sie in den nächsten sechs Monaten höchstwahrscheinlich Konkurs anmelden müssen.