Rialto-Flop: Kanton Bern soll Geld teilweise zurückerhalten

11. Dezember 2025 um 11:23
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Foto: Fabian Schneider / Unsplash

Für den Teil, der nicht mehr realisiert wird, könnte es von Swisscom und Deloitte eine Rückerstattung in Millionenhöhe geben.

Gestern wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern aus dem Projekt Rialto/Nevo aussteigt. Das eigentliche Ziel des Projekts, eine Integration der IT-Systeme von Kantonspolizei und Justiz, ist damit gescheitert. Gleichzeitig werden die IT-Lieferanten im Projekt, Swisscom und Deloitte, deswegen einige der geplanten Arbeiten nicht mehr ausführen müssen. Dafür wird der Kanton wohl eine Kompensation erhalten. Noch sei aber nichts unterschrieben, sagt der zuständige Sicherheitsdirektor Philippe Müller (FDP).
Die Rückabwicklung der bestehenden Verträge mit den beiden IT-Partnern Swisscom und Deloitte sei im Gang, die Verhandlungen dazu weit fortgeschritten, erklärte der Kanton schon gestern.
Müller rechnet mit einem "hohen einstelligen Millionenbetrag", den der Kanton als Rückerstattung erhalten könnte, sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. "Ob der Kanton die Kompensation in Form von Rückzahlungen oder Leistungen erhalten wird, ist noch nicht definiert." Mit dem Umfang der Kompensation zeigte sich Müller zufrieden. "Das Projekt hat den Kanton rund 23 Millionen Franken gekostet." Nun erhalte er für den Teil, der nicht realisiert werden konnte, einen ordentlichen Beitrag zurück.
Einen recht grossen Teil des wegfallenden Aufwands könnte die eigentlich vorgesehene Migration auf SAP S/4Hana ausmachen. Das Kantonsparlament hatte dafür im letzten Juni einen Nachkredit von 7 Millionen Franken bewilligt.
In diesem August wurde der Kanton aber von Deloitte und Swisscom darüber informiert, dass SAP ICM (Internet Communication Manager), die technische Basis des Projekts Rialto/Nevo, von SAP ab 2027 voraussichtlich nicht mehr weiterentwickelt wird. Deshalb wurde auch die geplante S/4Hana-Migration vorerst auf Eis gelegt. Sie wäre vor allem für die digitale Brücke zu den Systemen der Staatsanwaltschaft notwendig gewesen. Da diese jetzt aber abgesprungen ist, wird auch die Migration kaum mehr notwendig sein. Um ihr Rialto-System noch über 2027 nutzen zu können, könnte die Kantonspolizei noch bis Ende 2030 Extended Support von SAP beziehen. Müller hält es sogar für möglich, dass der Kanton Nevo/Rialto über 2031 hinaus nutzen und Leistungen für den Weiterbetrieb einkaufen könnte.
Auch in dieser Beziehung ist aber noch nichts entschieden.
(Mit Material von Keystone-sda)

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