Die EU und die USA wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz verstärken. Ziel sei es, gemeinsam Mindeststandards festzulegen, bevor die entsprechende Gesetzgebung in Kraft tritt, erklärte die EU-Kommissarin für Digitales Margrethe Vestager.
Laut Vestager könnte der Prozess für eine KI-Gesetzgebung in der EU bis Ende Jahr abgeschlossen werden. Bis das Gesetz in Kraft tritt, würde es dann noch "ein, zwei Jahre" dauern. KI werde auch ein Schwerpunktthema auf der Ministertagung des Handels- und Technologierats (TTC) Ende Mai in Schweden sein. "Es besteht ein gemeinsames Gefühl der Dringlichkeit. Um diese Technologie optimal nutzen zu können, sind Leitplanken erforderlich", so Vestager.
Am vergangenen Wochenende hatten auch die G7-Staaten KI-Regulierungen gefordert. Es brauche Standards, um Künstliche Intelligenz "vertrauenswürdig" zu halten. Die Staats- und Regierungschefs der G7 erklärten, dass sie "unverzüglich eine Bestandsaufnahme der Chancen und Herausforderungen der generativen KI vornehmen müssen". So hat man sich darauf geeinigt, dass bis Ende Jahr ein Ministerforum
mit dem Namen "Hiroshima KI-Prozess" ins Leben gerufen werden soll.
Wie
'Reuters' berichtet, ist in den USA bereits eine weitere KI-Untersuchung angelaufen. Das Weisse Haus will sich mit den potenziellen Risiken und Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Arbeitnehmende befassen. Diese sollen in einer Anhörung über ihre Erfahrungen mit automatisierten Überwachungs-, Kontroll- und Bewertungstools berichten, die von Arbeitgebern eingesetzt werden.
Die US-Regierung kündigte noch weitere Schritte an. Eine aktualisierte Roadmap soll die Investitionen aus dem Bundeshaushalt in die KI-Forschung aufzeigen. Das Bildungsministerium plant zudem einen neuen Bericht über die Auswirkungen von KI auf Lehre und Forschen.
Während der Bund in der Schweiz zwar eine aktualisierte
Liste der KI-Projekte bei den verschiedenen Departementen vorgelegt hat, tut sich in Sachen Regulierung hierzulande bis jetzt noch wenig. Verschiedene Politikerinnen und Politiker fordern vom Bundesrat, dass er sich verstärkt mit dem Thema KI befasst. So hat Nationalrat Gerhard Andrey kürzlich
eine Interpellation eingereicht, die Antworten zu KI-Rechtssicherheit und -Gesetzgebung fordert.