Schwäbisch-Cupertino: Lidl-Mutter investiert massiv in KI

28. März 2023 um 12:34
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Rund wie andernorts: Entwurf der Architekturfirma MVRDV für den Innovation Park AI Heilbronn. Foto: zVg

Die Schwarz Gruppe entpuppt sich als treibende Kraft hinter dem ehrgeizigsten AI-Park Europas.

Schwarz – das ist Lidl und Kaufland. Und Schwarz, das ist einfach Discount-Business: So jedenfalls wird der Detailhandels-Konzern aus Baden-Württemberg in der Branche noch vielfach wahrgenommen.
Doch Schwarz, das ist auch IT und KI. Der Riese mit 133 Milliarden Euro Umsatz setzt eigene Akzente, die ihn eher in eine Liga mit Amazon bringen als neben Konkurrenten wie Aldi, Coop oder Carrefour. Denn der diskrete Familienkonzern setzt massiv darauf, sein IT-Geschäft ausbauen.
Einen klaren Hinweis bot Anfang März die Tatsache, dass das Kommanditkapital der entsprechenden Tochtergesellschaft Schwarz IT KG von 100'000 Euro auf – sage und schreibe – 380 Millionen Euro aufgestockt wurde.

Europäische Alternative

Schon ein Jahr zuvor hatte die Lidl-Mutter begonnen, ihre Cloud- und Colocation-Services extern anzubieten. Der Name der entsprechenden Firma: Stackit. "Die Digitalisierung schreitet in allen Teilen der Gesellschaft unaufhörlich voran. Dabei spielt die Cloud als Basistechnologie eine immer wichtigere Rolle", erklärte der Chef von Schwarz IT, Christian Müller, damals. Und Stackit wolle sich im europäischen Cloud-Markt als europäische Alternative etablieren.
Zugleich bietet Schwarz seit Mitte 2022 auch die Dienste seiner eigenen Cybercrime-Bekämpfungs-Tochter XM Cyber für andere Firmen an.

5000 Arbeitsplätze für KI-Forschung

Rund 7000 Menschen arbeiten heute bei der Schwarz IT und Schwarz Digital. Neben den Investitionen und Angeboten im Cloud- und Cybersecurity-Geschäft hat der Lidl-Konzern nun auch die Artificial Intelligence ins Visier genommen – und zwar ziemlich scharf. Denn die Schwarz Stiftung und die Schwarz Gruppe stehen massgeblich hinter einem Forschungspark, der in Heilbronn entstehen wird und heute en detail präsentiert wurde.
Danach sind in der Heimatstadt des Konzerngründers Dieter Schwarz auf 23 Hektaren rund 5000 Arbeitsplätze geplant, die sich der Forschung in Künstlicher Intelligenz widmen und daraus Lösungen und Dienstleistungen entwickeln. Es werde, so verkündete das Bürgermeisteramt heute, "das relevanteste Innovationsökosystem für anwendungsorientierte Künstliche Intelligenz in Europa"; die Stadt Heilbronn ist neben den beiden Schwarz-Organisationen in Konsortium des Innovationsparks.
"Wir wollen hier ein Ökosystem bauen und die besten Köpfe im Bereich Cyber nach Heilbronn holen", sagte Rolf Schumann, Digitalchef der Schwarz-Gruppe, gegenüber der Nachrichtenagentur 'DPA'. IT-Experten könnten sich heute die Jobs aussuchen, da müsse die Umgebung stimmen.
Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Schwester-Magazin 'Konsider' unter dem Titel: "Schwäbisch-Cupertino: Die Schwarz Gruppe investiert massiv in die Künstliche Intelligenz"



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