Softwareone: Leichte Umsatzs­teigerung und eine "Vision"

15. Februar 2024 um 10:14
  • channel
  • geschäftszahlen
  • softwareone
image
Foto: Softwareone

Der Lizenzhändler ist im zurückliegenden Geschäftsjahr weniger stark gewachsen als erwartet. Die "Vision 2026" soll mehr Wachstum bringen.

Der Konzernumsatz des international tätigen Schweizer Lizenzhändlers Softwareone ist im Geschäftsjahr 2023 um 2,9% auf 1,01 Milliarden Franken gestiegen, wie das Unternehmen mitteilt. Der Umsatz wurde recht stark von Währungseffekten beeinflusst. Bei konstanten Wechselkursen hätte das Plus 8% betragen.
Gleichzeitig kletterte der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) von 240,4 Millionen Franken im Vorjahr auf 245,2 Millionen. Das entsprach einer Gewinnmarge von 24,3%, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
Unter dem Strich erwirtschaftete das börsenkotierte Unternehmen einen Reingewinn von 109,6 Millionen Franken (Vorjahr: 115,0 Millionen Franken).
Mit diesem Ergebnis landete Softwareone beim Umsatz unter der eigenen Prognose. Noch im November 2023 hatte das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzwachstum (mit konstanten Wechselkursen gerechnet) in Aussicht gestellt. Der bereinigte Ebitda lag am unteren Ende der Guidance.

Kostendisziplin stärken

Für das laufende Jahr erwartet Softwareone bei konstanten Währungen ein Umsatzwachstum zwischen 8% bis 10%. Die bereinigte Ebitda-Marge soll zwischen 24,5% und 25,5% liegen.
Ferner will Softwareone die "Kostendisziplin" weiter erhöhen. Die Kosteneinsparungen seien 2023 mit 47 Millionen Franken deutlich über dem Jahresziel von 15 Millionen Franken ausgefallen. Für 2024 hebt das Management das Sparziel auf 70 Millionen Franken an, nach bisher 50 Millionen Franken.

Neue Strategie aufgelegt

Die mittelfristigen Ziele schraubt das Management nun im Rahmen der neuen Strategie namens "Vision 2026" teils nach oben. Neu soll die bereinigte Ebitda-Marge bei knapp 28% liegen, bisher wurden 25% angestrebt. Unverändert sind die Erwartungen beim Umsatzwachstum, es soll im mittleren Zehnerbereich zu liegen kommen.
Für die neue "Vision 2026" will sich Softwareone auf fünf Wachstumsprioritäten konzentrieren. Dies sind eine Vertiefung der Partnerschaften mit Hyperscalern, die weltweite Einführung von Microsofts Copilot, das Nutzen von Daten und KI, die gezielte Umsetzung der ISV-Strategie wie auch das Nutzen des Client-Portals.
In Kürze will Softwareone einen näheren Einblick in diese neue Strategie gewähren.

Können Aktienbesitzer überzeugt werden?

Ab Mitte des vergangenen Jahres hatte der Verwaltungsrat von Softwareone "strategische Optionen" geprüft und dabei auch mehrere Male mit verschiedenen potentiellen Investoren Verkaufsverhandlungen geführt. Nachdem die bislang letzten Gespräche vor einem Monat gescheitert waren, hatte der VR erklärt, dass der Lizenzhändler gut auch aus eigener Kraft weiter wachsen könne. Die "Vision 2026" soll konkretisieren, wie sich die Verantwortlichen dies vorstellen.
Die Gründer des Stanser Unternehmens wollen aber weiterhin einen Verkauf durchsetzen. Ihr Antrag wird an einer Generalversammlung am 18. April diskutiert werden. Entscheidend dürfte dabei sein, ob sich die anderen Aktionäre von der Vision 2026 überzeugen lassen oder doch lieber den Argumenten der Gründer folgen.

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

EU stellt Fragen, Broadcom macht Zugeständnisse

Nach Beschwerden von Usern und Providern hat die EU Fragen an Broadcom geschickt. Der Konzern reagierte mit einem leichten Zurückkrebsen.

publiziert am 16.4.2024
image

Salesforce will angeblich Informatica übernehmen

Derzeit laufen gemäss Berichten Gespräche über einen allfälligen Kauf. Es wäre die grösste Übernahme von Salesforce seit der Akquisition von Slack im Jahr 2020.

publiziert am 15.4.2024
image

Untersuchung findet keine Finanzmanipulationen bei Temenos

Der Bericht zur Untersuchung widerspricht den Vorwürfen, die ein Investmentunternehmen im Februar gemacht hat.

publiziert am 15.4.2024
image

Heisst Klara bald E-Post?

Wie inside-it.ch erfahren hat, könnte der Name Klara bald verschwinden. Die heutige Post-Tochter rückt wohl auch namenstechnisch näher an den Gelben Riesen.

publiziert am 12.4.2024