Die US-Regierung wird zum grössten Einzelaktionär des strauchelnden Halbleiterherstellers Intel. Wie das Unternehmen mitteilt, bekomme der Staat einen Anteil von 9,9%. Im Gegenzug würde die Regierung Subventionen für den Ausbau der US-Produktion auszahlen. Die 8,9 Milliarden US-Dollar kämen zu den 2,2 Milliarden hinzu, die bereits ausgezahlt worden seien.
Die Vereinigten Staaten sind mit ihrer Beteiligung von 9,9% der grösste Einzelaktionär von Intel. Bis anhin war die Investmentfirma Vanguard Fiduciary Trust mit einem Anteil von 8,9% in dieser Position. Weitere Grossaktionäre sind Blackrock Advisors (6,4%) und die State Street Corporation (4,7%). Erst kürzlich hatte
Softbank angekündigt, für zwei Milliarden US-Dollar Intel-Aktien kaufen zu wollen, was etwas mehr als 2% entspricht.
Dem US-Handelsminister Howard Lutnick zufolge bekomme die US-Regierung Aktien ohne Stimmrechte. Damit könnte sie keinen direkten Einfluss auf Management-Entscheidungen bei Intel ausüben. Laut Branchenanalyst Stacy Rasgon ist die Beteiligung ein gutes Zeichen für Intel. Denn damit stiegen Chancen, dass die zugesagten Subventionen auch tatsächlich ausbezahlt werden. Zugleich helfe das dem Unternehmen aber auch nicht, neue Kunden zu finden, betonte er im TV-Sender 'CNBC'.
Investitionen aus der Biden-Amtszeit
Die Subventionszusagen zur Förderung der Halbleiterindustrie in den USA gehen auf das Bundesgesetz "
Chips and Science Act" zurück. Es stammt noch aus der Amtszeit des früheren Präsidenten Joe Biden und sah Investitionen in Höhe von insgesamt 52 Milliarden US-Dollar vor, mit denen die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern reduziert werden sollte.
Aus dem Paket wurden Intel im März vergangenen Jahres Subventionen von rund 8,5 Milliarden US-Dollar zugesagt, im September weitere rund 3 Milliarden für militärische Projekte. Bis anhin sind Intel zufolge aber nur 2,2 Milliarden ausgezahlt worden. Nun soll die restliche Summe fliessen.