Vorerst keine neuen Cloud-Verträge für den Bund

13. Oktober 2025 um 09:52
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Foto: Scott Graham / Unsplash

Die Beschwerde des IT-Anbieters Infomaniak gegen die Verlängerung der Cloud-Verträge des Bundes zeigt Wirkung. Das Bundesverwaltungsgericht muss zunächst ein Urteil sprechen.

Die Bundesverwaltung kann die Cloud-Verträge mit fünf Hyperscale-Anbietern nicht wie geplant verlängern. Gegen die freihändige Vergabe sei eine Beschwerde eingegangen, teilt der Bund mit. Das Bundesverwaltungsgericht bearbeite die Beschwerde derzeit und werde zu gegebener Zeit darüber entscheiden.
Der IT-Anbieter Infomaniak hatte sich an das Gericht gewandt, da er Zweifel an der langen Vertragslaufzeit und der angeblichen Versorgungslücke, die durch die Verträge geschlossen werden soll, hegte. Die Genfer sehen sich selbst in der Lage, einen Cloud-Vertrag mit dem Bund erfüllen zu können.
Dem Bund geht es bei der Vertragsverlängerung nach eigenen Angaben einerseits darum, dass die Cloud-Anwendungen der Bundesverwaltung weiterhin betrieben werden können. Andererseits solle mit den Verträgen Planungssicherheit für Ämter und Departemente für den Bezug von Public-Cloud-Diensten geschaffen werden. Die Dienste der Hyperscaler könnten übergangsweise genutzt werden, bis die "Swiss Government Cloud" in Betrieb genommen wurde und die Anwendungen in die neue Infrastruktur migriert seien.

Migration in die "Swiss Government Cloud"

Die fragliche Verlängerung der Rahmenverträge mit den fünf Public-Cloud-Anbietern war Mitte September erfolgt. Damit sollte während maximal fünf Jahren der nahtlose Übergang zur geplanten "Swiss Government Cloud" ermöglicht werden.
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation baut in den nächsten Jahren eine Hybrid-Multi-Cloud-Infrastruktur auf. Diese "Swiss Government Cloud" vereine künftig Cloud-Services von mehreren etablierten Public-Cloud-Anbietern mit einer Private Cloud, die in den Rechenzentren des Bundes betrieben wird. Die Infrastruktur wird gemäss Bundesverwaltung ab 2027 für die Migration von heutigen Cloud-Anwendungen zur Verfügung stehen. Dann sollten die Migrationsarbeiten innert vier Jahren abgeschlossen sein. Anschliessend sollen keine neuen Bezüge mehr über die aktuellen Cloud-Rahmenverträge erfolgen, beteuert die Verwaltung.
Der Zeitdruck ist offenbar nicht besonders hoch: Die bestehenden Rahmenverträge mit den Hyperscalern Alibaba, AWS, IBM, Microsoft und Oracle laufen noch bis August 2026.

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