Weiterer Bericht zum OVH-Brand in Strassburg liegt vor

13. Juni 2022, 13:27
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Aufnahmen einer Kamera im OVH-Rechenzentrum in Strassburg. Screenshot: BEA-RI

Die französische Behörde für Industrie-Unfälle nennt als mögliche Ursache für den RZ-Brand ein Wasserschaden an einem Wechselrichter.

Das französische Bureau d’enquêtes et d’analyses sur les risques industriels (BEA-RI) hat seinen Bericht zum Brand im Rechenzentrum von OVHcloud veröffentlicht. In der Nacht zum 10. März 2021 brach in einem OVH-Rechenzentrum in Strassburg ein verheerender Brand aus.
Nach dem Bericht der örtlichen Feuerwehr, der im März 2022 veröffentlicht wurde, ist dies die zweite offizielle Untersuchung zu möglichen Brandursachen. Diese könnten noch nicht abschliessend geklärt werden, heisst es von Seiten BEA-RI. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts seien die Schlussfolgerungen des Experten-Kollegiums zu den genauen Ursachen des Brandausbruchs noch nicht bekannt. Aus diesem Grund werde sich BEA-RI nicht genau äussern.
Der französischsprachige Bericht (PDF) schildert trotzdem detailliert den Ablauf des Brandes. Laut der Behörde könnten das Fehlen eines automatischen Feuerlöschsystems, die Verzögerung der Stromabschaltung und die Gebäudekonstruktion zur Verbreitung des Feuers beigetragen haben.
Auch wenn keine genauen Aussagen gemacht werden, wird vermutet, dass fast gleichzeitig in zwei Energie-Räumen Brände ausbrachen, während sich das Rechenzentrum in einem normalen Betriebsmodus befand. Die Energie-Zufuhr sei regelmässig gewartet worden, aber die Wechselrichter in einem Raum hätten "wiederkehrender Probleme beim Umschalten in den Bypass-Modus" verursacht.
Der Bericht zeigt weiter Aufnahmen von Überwachungskameras des RZ. Sensoren an Wechselrichtern hätten kurz vor Mitternacht "anormale Feuchtigkeitswerte" angezeigt. "Das Vorhandensein von Flüssigkeit oder Feuchtigkeit in einem elektrischen Gerät kann die Bildung eines internen Kurzschlusses verursachen, der wahrscheinlich den beobachteten Schaden verursacht hat", heisst es weiter.
Laut BEA-RI habe das Gebäude Holzböden gehabt und auch kein automatisches Löschsystem. "OVH hatte sich entschieden, keines der fünf Gebäude in seinem Rechenzentrum in Strassburg mit einem automatischen Brandschutz auszustatten." Die Brandmelder hätten aber einwandfrei funktioniert und auch eine schnelle Evakuierung sei gewährleistet worden.
Der Bericht nennt weiter einige Empfehlungen für den Betrieb von Rechenzentren.

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