Cisco nimmt mit seinen Software-Bundles viel Geld ein: Der Tech-Riese bietet seinen Kunden Produktpakete an, die verschiedene Angebote aus dem Portfolio umfassen. Nun sträuben sich einige Kunden gegen den Kauf der Bundles des Unternehmens, wie 'The Information' unter Berufung auf aktuelle und ehemalige Cisco-Mitarbeitende berichtet.
Spardruck bei Kunden
Kostendruck, wirtschaftliche Unsicherheiten: Die IT-Abteilungen wollen sparen und entscheiden sich immer wieder, gewisse Produkte auszusortieren. Ein solcher Trend spiegle sich in der gesamten Unternehmenssoftwarebranche wider, so Branchenführer in
'The Information'. Mit dem Spardruck bei den Kunden sehen sich auch Tech-Riesen wie Microsoft, Oracle und eben Cisco konfrontiert, die die Produktpaletten vermarkten.
Nun gibt es erste Cisco-Kunden, die ihre Verträge für Softwarelizenzen auslaufen lassen. Dies habe zu einer Verlangsamung des Verkaufs bei einigen abonnementbasierten Softwareprodukten beigetragen – darunter Webex, Appdynamics und bestimmte Sicherheitsprodukte, sagen Mitarbeitende gegenüber dem Onlinemagazin.
Da die Cisco-Softwarebundles einen grossen Teil des Umsatzes ausmachen würden, sehe sich der Tech-Riese vor einem Problem, heisst es weiter. Das schwindende Interesse an den Bundles soll unter anderem zu den Entlassungen beitragen,
die CEO Chuck Robbins letztens angekündigt hat. Beim Stellenabbau gehe es für Cisco darum, Ressourcen in den Enterprise-Network-Bereich zu verlagern und die Plattformstrategie zu beschleunigen, begründete Robbins den Schritt. Insbesondere im Bereich Security wolle man erheblich investieren und die Teams verstärken. Darunter leiden aber andere, nicht prioritäre Bereiche, wo Stellen wegfallen.
Auswirkungen auf Quartalszahlen
Der verlangsamte Verkauf wirkte sich auch auf die Quartalszahlen von Cisco aus. Während der Konzern seinen Umsatz im Jahresvergleich zwar um 6% auf 13,6 Milliarden Dollar steigern konnte, sind die Umsätze im Collaboration-Geschäft von Cisco im Vergleich um 2% zurückgegangen. Zu letzterem gehören beispielsweise das Webex-Geschäft sowie Hardware wie Kameras für Videokonferenzen – Angebote, die Cisco in Bundles verkauft.
Auch das Sicherheitsgeschäft kämpft mit den Verkaufsrückgängen. Cisco berichtete zwar, dass seine Sicherheitsumsätze in den drei Monaten bis Oktober im Jahresvergleich um 9% auf 971 Millionen US-Dollar gestiegen sind. Im Gegensatz dazu gingen die Verkäufe seiner DNS-Sicherheitsprodukte jedoch im gleichen Zeitraum um etwa 10% zurück, heisst es.