Zweites Rechenzentrum für Google Cloud in der Schweiz kommt bald

28. September 2022, 12:37
  • channel
  • google cloud
  • roi tavor
image
Roi Tavor, seit Sommer Chef von Google Cloud in der Schweiz und Österreich.

In 12 bis 18 Monaten will Google hierzulande ein zweites RZ für seine Cloud-Dienste eröffnen. Dies hat Cloud-Chef Roi Tavor im Rahmen eines Medienroundtables verraten.

Nachdem Google Cloud im Jahr 2019 sein erstes Schweizer RZ bei Green in Lupfig bezog, soll bald ein zweites folgen. "In 12 bis 18 Monaten beziehen wir ein neues Datacenter", sagte Roi Tavor, neuer Chef von Google Cloud in der Schweiz und Österreich, an einem Medienrountable in Zürich. Wo, beziehungsweise bei wem, sich Google dafür einmieten will, wollte Tavor nicht verraten. "Die Verträge sind aber allesamt fixfertig unterzeichnet", so der Basler.

Preiserhöhungen lassen sich nicht vermeiden

Ob Google Cloud noch vor Eröffnung des zweiten RZ-Standorts in der Schweiz profitabel wird, liess Tavor offen. "Wir wollen möglichst bald, aber sicherlich in den kommenden Jahren Break-even sein", sagte Tavor und bezog sich dabei auf weltweite Zahlen. Länderspezifische Kennzahlen zur Schweiz verriet Google wie gewohnt nicht, aber man sei hierzulande besser unterwegs und wachse schneller, so Tavor. Ob die Cloud-Sparte der Schweizer Ländergesellschaft heute schon profitabel sei, liess er indes offen.
Damit die Profitabilität aufgrund der steigenden Stromkosten nicht abnimmt, wird Google Cloud die Preise für seine Kundinnen und Kunden ‒ dazu zählen unter anderem Swiss, Coop, Roche oder Turnschuhhersteller On ‒ erhöhen müssen, sagte Roi Tavor. Nannte aber dazu keine konkrete Zahl.

Daten innert Stunden nach Singapur verschieben

Viel wichtiger sei ohnehin, dass Google selbst und damit die Kundschaft auf Szenarien wie stundenweise Stromausfälle vorbereitet sei. Dazu bietet Google Cloud seinen Kunden die Möglichkeit, die Daten quasi auf Knopfdruck in ein anderes Land zu verschieben, "beispielsweise Singapur", um deren Verfügbarkeit zu gewährleisten. Das sei auch in regulierten Märkten wie dem Bankenwesen weder aus rechtlichen noch regulatorischen Gründen ein Problem. "Das steht schon heute in den AGB", sagte Tavor. Klar ist, dass Google das verrechnet. "Es kostet nicht gerade das doppelte", so der Cloud-Chef, aber, dass das Pricing in diese Richtung geht, ist zwischen den Zeilen rauszuhören.
Den Cloud Act sieht Tavor wenig überraschend nicht als Hindernis an. Dies würden einerseits die zahlreichen Kundenbeziehungen im Public Sector und insbesondere die Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich im Bereich Container-Management-Plattform auf Anthos-Basis zeigen, andererseits seien ohnehin Rechtsbegehren punkto Datenschutz aus anderen Ländern weitaus häufiger, als Cloud-Act-bezogene Anfragen aus den USA.
Korrigenda, 29.9.22, 9.15 Uhr: Die Prognose zur Profitabilität von Google Cloud wurde auf Wunsch Googles angepasst.

Loading

Mehr zum Thema

image

Green schliesst Refinanzierung über 480 Millionen Franken ab

Mit dem eingenommenen Kapital soll vor allem in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden. Damit will der Provider seine Marktposition stärken.

publiziert am 1.12.2022
image

Hürlimann Informatik spannt mit Ategra zusammen

Hürlimann nimmt die Gever-Plattform Egeko von Ategra in sein Portfolio auf.

publiziert am 1.12.2022
image

Halbleiter-Umsätze werden sinken

Gartner prognostiziert einen Rückgang im Halbleiter-Markt. Die wirtschaftlichen Herausforderungen und die geschwächte Nachfrage würden sich negativ auswirken.

publiziert am 30.11.2022
image

Nächste Swisscom-Niederlage im Glasfaserstreit

Das Bundesgericht bestätigt das Urteil der Vorinstanz. Doch erstens steht das wesentlich wichtigere Urteil im Glasfaserstreit noch aus und zweitens tut Swisscom die Entschädigungszahlung nicht weh.

publiziert am 30.11.2022 5