Abacus verzeigt die Post bei der Weko

21. März 2022 um 08:51
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Abacus-CEO Claudio Hintermann.

Die Wettbewerbskommission soll prüfen, ob die Post ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht und sich kartellrechtswidrige Quersubventionierungen erlaubt.

Die Verantwortlichen von Abacus um CEO und Mitgründer Claudio Hintermann stören sich daran, dass die Post Abacus-Konkurrent Klara im Oktober 2020 mehrheitlich übernommen hatte. Deshalb hat Abacus die Post bei der Wettbewerbskommission angezeigt.
Laut Abacus verzeichne Klara auf Kosten anderer Martkteilnehmer ein überdurchschnittliches Wachstum. Unter anderem, weil das Luzerner Softwareunternehmen die Buchhaltungssoftware "aufgrund der Quersubventionierungen durch die Post-Gruppe" kostenlos anbieten könne, heisst es in der Anzeige. Diese wurde in dieser Woche eingereicht, wie ein Abacus-Sprecher einen Bericht der 'CH-Media-Zeitungen' bestätigte.
Abacus verlangt in ihrer Anzeige bei der Wettbewerbskommission, dass der Datentransfer zwischen dem Monopolbereich der Post und Klara unterbunden wird; so sollen mit dem Post-Login keine Klara-Dienstleistungen mehr zugänglich sein. Zudem soll es Klara untersagt werden, ihre Angebote mit den Post-Logos zu versehen.
Die Firmen-Zukäufe der Post sorgten in den vergangenen Monaten verschiedentlich für Kritik. Post-Chef Roberto Cirillo verteidigte die Strategie seines Unternehmens mehrmals. Um die Grundversorgung ohne Subventionen sicherstellen zu können, sei die Post auf zusätzliche Einnahmen angewiesen, hielt er etwa im vergangenen Oktober fest. Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung wies er zurück.
Anfang Jahr hatte sich Claudio Hintermann von Abacus im Gastbeitrag bei uns schon ähnlich geäussert und geschrieben, dass der Übernahme-Feldzug der Schweizer Post schädlich für die Schweizer Software-Industrie sei. Auch National- und Ständerat fordern strengere Regeln, um Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche und staatsnahe Betriebe zu vermeiden.

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