Axon Vibe sichert sich Grossauftrag der Deutschen Bahn

5. März 2024 um 10:55
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Foto: Maxence Pira / Unsplash

Der Luzerner Software-Anbieter soll für die DB eine Lösung entwickeln, um Kundinnen und Kunden für verspätete Züge zu entschädigen.

Der Luzerner Software-Entwickler Axon Vibe hat sich einen Grossauftrag der Deutschen Bahn (DB) gesichert. Das Unternehmen soll ein neues Angebot für die bereits bestehende App entwickeln und auf den Markt bringen. Wie die Zeitungen von 'CH Media' schreiben, sollen mit der neuen Lösung Gutscheine von Geschäften in Bahnhöfen für Passagiere von verspäteten Zügen bereitgestellt werden.
So sollen sich Reisende, die von einer Verspätung betroffen sind, mit einem digitalen Gutschein günstiger verpflegen können. Wer in der App eincheckt, erhält bei einer kleinen Verspätung eine Reduktion auf den Verkaufspreis von Backwaren. Bei grösseren Verzögerungen lockt sogar ein kostenloses Getränk.
Damit sollen gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche geschlagen werden: Die DB kann sich bei ihrer Kundschaft für die Verspätung entschuldigen und die Händler in Bahnhofsnähe erzielen mehr Umsatz. Gleichzeitig können die Verkaufsgeschäfte auch digitale Gutscheine ausstellen, um etwa die Auslastung ihrer Geschäfte in den Randzeiten zu verbessern.

In der Schweiz noch nicht etabliert

Ähnlich wie "Easyride" von den SBB bietet Axon Vibe auch eine Check-in-Funktion für Reisen im öffentlichen Verkehr an, über die Reisen automatisch verrechnet werden. Gemäss dem Bericht ist die Technologie bereits in diejenigen Apps implementiert, die die DB für regionale Verkehrsverbünde betreibt – etwa in Nürnberg oder in Nordrhein-Westfalen.
In der Schweiz musste sich der Luzerner Anbieter bisher stets dem Berner Unternehmen Fairtiq geschlagen geben, obwohl die Schweizer Bundesbahnen zusammen mit Swisscom und weiteren Privatinvestoren eine Minder­heits­beteiligung an Axon Vibe besitzen. Die grössten Anteilseigner sind Firmen­gründer Stefan Muff und Uli Sigg, ehemaliger Schweizer Botschafter in China.
Dass die SBB nicht auf Axon Vibe setzen, sorge bei den Investoren immer wieder für Fragen, gibt Oberli gegenüber 'CH Media' offen zu. Dabei standen die Luzerner 2019 kurz davor. Mit dem Projekt "Smartway" wollte die Bahn eine Mobilitätsplattform schaffen, die sowohl eine Check-in-Funktion als auch ein Gutscheinsystem für Bahnhofsläden beinhalten sollte.
Die Gutschein-Funktion wurde zwar in der "SBB Mobile Preview"-App erfolgreich getestet, doch das geplante "Amazon der Mobilität" wurde nie realisiert. Derzeit suchen die drei Städte Basel, Bern und Zürich zusammen mit ihren jeweiligen Verkehrsbetrieben einen Anbieter, der bei der Entwicklung einer digitalen Lösung für verkehrsmittelübergreifende Mobilitätsangebote helfen kann.

Neue Chance bei "Easyride"

Die Check-in-Funktion "Easyride" von der SBB ist derzeit ebenfalls ausgeschrieben. "Diese Ausschreibung schauen wir uns sicher an", sagt Oberli. Dabei sei die Check-in-Funktion gar nicht das Kernelement der Axon-Strategie. "Wir sehen die Abrechnung eher als Aufgabe der ÖV-Branche an. Für unsere Apps brauchen wir aber eine Fahrtenerkennung, weshalb wir die Technologie auch anbieten können", heisst es gegenüber 'CH Media'
Kein Interesse hat das Unternehmen hingegen an der Mobilitätsplattform der grossen Schweizer Städte. Ähnliche Vorhaben sind in den letzten Jahren sowohl in der Schweiz als auch international mehrfach gescheitert.

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