Bern startet Pilot von Fallführungssystem

10. Dezember 2025 um 11:18
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Foto: Gemeinde Herzogenbuchsee

Der Sozialdienst Herzogenbuchsee hat das Neue Fallführungssystem des Kantons in Betrieb genommen. Die Lösung wird in einem Pilotversuch getestet, bevor sie weiter ausgerollt wird.

Der Kanton Bern setzt beim Sozialdienst Herzogenbuchsee erstmals das eigens entwickelte Neue Fallführungssystem (NFFS) ein. Wie die kantonale Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion mitteilt, ist Herzogenbuchsee der erste von mehreren Sozialdiensten, die das neue System nutzen.
Der Pilottest sei am 1. Dezember 2025 in enger Zusammenarbeit zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und des Kantons erfolgt. Der Betrieb laufe stabil, relevante Störungen habe es bislang nicht gegeben, führt die Direktion aus. Die Mitarbeitenden in Herzogenbuchsee würden anfänglich vor Ort durch Fachpersonen unterstützt. Die Begleitphase dauere noch bis zum 19. Dezember 2025. Danach gehe das System in der Pilotgemeinde in den ordentlichen Betrieb über.
Der Direktion zufolge fliessen die Erfahrungen aus dem Pilot in die Planung der Einführung von NFFS in allen Sozialdiensten sowie den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden des Kantons ein. Die Pilotphase werde bis im Jahr 2026 andauern, wobei in dieser Zeit weitere Sozialdienste schrittweise auf NFFS wechseln würden.

Berns Citysoftnet vor Ablösung

Nach dem Willen des Kantons sollen auch die Sozialdienste der Stadt Bern auf NFFS wechseln. Sie erleben aktuell mit dem Citysoftnet-System ein Debakel. Die Fallführungssoftware, ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Basel, Bern und Zürich, ist in Bern seit 2023 im Einsatz. Seither kämpfen die Städte mit massiven Problemen.
Unter anderem die Kompensation der Überlastung der Angestellten durch den Einsatz von Citysoftnet führt zu immer neuen Nachkrediten. Zuletzt mussten im November 2,5 Millionen Franken bereitgestellt werden. Im Jahr 2025 war dies der dritte Kredit für die Software.
Wie lange das Citysoftnet bei der Stadt im Einsatz bleibt, ist offen. Denn der Kanton Bern hatte bereits 2020 entschieden, mit NFFS ein eigenes System für das Sozialwesen im Kanton aufzugleisen. Der Grosse Rat sprach dafür einen Kredit von 52 Millionen Franken. Dereinst sollen 85 Organisationen und rund 2500 Mitarbeitende das neue System nutzen. Die Software stammt von Glaux Soft.

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