Zürcher Citysoftnet-Einführung bereitet Probleme

17. Februar 2025 um 13:34
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Die Sozialen Dienste im Verwaltungszentrum Werd. Foto: Patrick Federi / Unsplash

Die Sozialen Dienste der Stadt Zürich haben die neue Fall­führungs­software "Citysoftnet" in Betrieb genommen. Die Mitarbeitenden berichten von sehr hoher Arbeitsbelastung.

Seit sechs Wochen arbeiten die Angestellten der Sozialen Diensten der Stadt Zürich mit der neuen Fallführungssoftware "Citysoftnet". Wie es in einer Mitteilung der Stadt heisst, sei die Einführung ohne grössere technische Probleme verlaufen. Ganz im Gegensatz zu Bern, wo die Anwendung harsch kritisiert worden war.
Die Software für die Sozialhilfe sowie den Erwachsenen- und Kindesschutz wurde von den Städten Basel, Bern und Zürich in Zusammenarbeit mit der Firma Emineo entwickelt. Sie soll die veraltete Anwendung "Kiss" ablösen. In Bern war "Citysoftnet" bereits im Juni 2023 eingeführt worden, in Basel ist die Einführung noch in diesem Jahr geplant.

Sehr hohe Arbeitslast der Mitarbeitenden

Zürich berichtet nun von einer "reibungslosen" Datenmigration und Umstellung. Die Software laufe seit der Inbetriebnahme performant und stabil. Wie es weiter heisst, konnten die Zahlungen über das neue System jederzeit gewährleistet werden, so auch der erste grosse Zahlungslauf am 24. Januar 2025. Der Schwerpunkt der Projektverantwortlichen liege jetzt auf den vereinbarten Nachlieferungen der Software, die bis anhin "bewusst weniger hoch priorisiert" wurden.
Während die Technik offenbar wenig Probleme bereitete, machen die Verantwortlichen der Stadtverwaltung keinen Hehl daraus, dass die Mitarbeitenden mit dem neuen System ihre Mühe haben. Die Umstellung habe bei den über 800 Anwenderinnen und Anwendern "erwartungsgemäss" zu einer sehr hohen Arbeitsbelastung geführt. Sie sei auch sechs Wochen nach der Einführung noch deutlich spürbar, heisst es in der Mitteilung.
Eve Moser, Co-Direktorin der Sozialen Dienste, lässt sich mit den Worten zitieren: "Wir sind uns bewusst, dass unsere Mitarbeitenden in dieser intensiven Zeit mit grossem Engagement dafür sorgen, dass unsere Klientinnen und Klienten trotz der Umstellung gut versorgt sind." Es sei nun das Ziel, möglichst schnell in den gewohnten Arbeitsalltag zurückzukehren, doppelt sie nach.
Unterdessen berichtet der 'Tages-Anzeiger', dass Angestellte der Sozialen Dienste wegen der Umstellung beim Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) vorstellig geworden seien. "Mitarbeitende der Sozialen Dienste haben sich bei uns gemeldet, weil wegen des neuen Systems noch mehr Druck auf ihnen laste", sagte VPOD-Sekretärin Elvira Wiegers der Zeitung.
Die Gewerkschaft sehe die neuerlichen Klagen als einen klaren Hinweis dafür, dass es bereits vor der Einführung der neuen Software an Personal gefehlt habe. Dennoch wolle die Stadt an der Fallführungssoftware festhalten, sagte Julia Köpfli, Sprecherin der Sozialen Dienste, dem 'Tagi'.

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