Augmented-Reality-Brillen sind das ultimative Science-Fiction-Tool. Wer würde nicht gerne wie James Bond über eine normal ausschauende Brille verfügen, die im Inneren mit Spezialfunktionen ausgestattet ist. Mit ihr könnte man gefährliche Gegenstände mit einer Art Röntgenblick erkennen, Distanzen genau messen, chemische Stoffe analysieren oder gar Video- und Audioaufnahmen machen. Eine Vielzahl an Herstellern hat sich bereits an solchen AR-Brillen versucht.
Nun will Google mit der Entwicklung seiner Brille vorangekommen sein. In einem Blogpost hat der Konzern angekündigt, dass ein Prototyp schon bald öffentlich getestet werden könne. Gemäss Google sollen die Brillen bereits im August von einigen Dutzend Mitarbeitenden und ausgewählten Testpersonen an verschiedenen Orten in den USA getragen werden.
Mit Google Maps, Translate und Co. im Rücken
Anders als die Brille von Pierce Brosnan in "Die "Welt ist nicht genug" soll das neue Modell von Google jedoch lediglich Routenanweisungen oder Übersetzungen in die reale Umgebung einblenden. Über die integrierten Kameras und Mikrofone könnten sich die User so zum Beispiel eine Speisekarte übersetzen oder ein Gespräch transkribieren lassen. Auch eine visuelle Internet-Suche nach Objekten im Blickfeld soll gemäss Google von den Testpersonen ausprobiert werden können.
Der Suchriese betont dabei, dass die Geräte im Testbetrieb keine Foto- oder Videoaufnahmen machen können, die gesammelten Bilddaten aber bis zu 30 Tage lang für Analyse-Zwecke gespeichert werden könnten. Dabei würden Gesichter und Autokennzeichen unkenntlich gemacht. Zudem soll ein LED-Licht darauf hinweisen, wenn die Aufnahmefunktion der Kamera in Betrieb ist.
In etwa 10 Jahren werden die Mixed-Reality-Brillen dann die handelsüblichen
Smartphones ersetzen, ist sich ETH-Professor Marc Pollefeys sicher. Während die grossen Tech-Konzerne derzeit noch um die Vormachtstellung bei der ersten richtig funktionsfähigen AR-Brille kämpfen, ist ein Startup in den USA schon weiter. Statt einer Brille möchte das Unternehmen die digitalen Informationen auf einer
Kontaktlinse ausgeben. Ein Prototyp existiert zumindest schon mal.