Zürich ist der grösste Entwicklungsstandort von Google ausserhalb der USA, 5000 Mitarbeitende arbeiten hier. Auch sie werden von Entlassungen betroffen sein. Wie viele eine Kündigung erhalten, ist zur Zeit noch nicht klar. Vergangene Woche reagierten "Zoogler"
mit einem Protest-Walkout auf die Unsicherheit.
Google bestätigte gegenüber inside-it.ch, dass sich der Konzern in Verhandlungen zu den Entlassungen befindet. Man werde bei gegebener Zeit über die nächsten Schritte informieren. "Angesichts der laufenden Konsultationsphase sind wir jedoch nicht in der Lage, die Angelegenheit weiter zu kommentieren."
Bis jetzt baute Google in Zürich stetig aus
Eigentlich hat Google grosse Pläne in Zürich. Zu den bereits bestehenden Büros im Hürlimann-Areal, in der Sihlpost und in der Europaallee kam Ende 2022 ein weiterer Standort am Bahnhofquai dazu. Auch am General-Guisan-Quai, einer der begehrtesten Adressen in Zürich, will Google ab dem Jahr 2024
ins Schader-Haus einziehen, wo sich einst der Schweizer Hauptsitz von IBM befand.
Ein weiterer Büro-Ausbau ist jetzt aber offenbar auf Eis gelegt worden, wie die
'Handelszeitung' (Paywall) berichtet. Das Immobilienunternehmen PSP Swiss Property wollte das Bürogebäude auf dem Hürlimann-Areal, welches seit 2008 an Google vermietet ist, um ein Stockwerk erweitern. 3000 Quadratmeter zusätzliche Fläche sollten entstehen, was Platz für rund 150 Angestellte bieten würde.
Ohne Googles Einwilligung wird nicht gebaut
Dazu wurden auch bereits Verhandlungen mit Google geführt. Doch der Konzern hat die Expansionspläne vorläufig gestoppt. Obwohl die Baubewilligung vorliegt, will PSP ohne Googles Einwilligung das Gebäude nicht aufstocken. "Wir wollen Google nicht dazu drängen", sagte der Finanzchef von PSP, Reto Grunder, laut 'Handelszeitung'. Noch halte PSP aber am Vorhaben fest. "Wir sprechen im Sommer noch einmal mit Google. Vielleicht können wir die Erweiterung zu einem späteren Zeitpunkt machen", erklärte Grunder.
Was der Stellenabbau und die gestoppten oder reduzierten Expansionspläne für den Google-Standort Schweiz bedeuten können,
haben wir analysiert: Google will zwar nicht preisgeben, woran hierzulande konkret gearbeitet wird. Trotzdem lässt sich abschätzen, welche Bereiche es treffen könnte. Auch mutmassen Zoogler, dass sich Google bei den anstehenden Entlassungen nicht auf zermürbende Verhandlungen mit rufschädigendem Resultat einlassen wird, um etwas Handgeld zu sparen.