Intel kündigt an, sein Fertigungsgeschäft komplett ausgliedern zu wollen. "An Gerüchten und Spekulationen über das Unternehmen hat es nicht gemangelt", schreibt CEO Pat Gelsinger. Deshalb liefere er einige Updates zu den Plänen des Konzerns.
Foundry wird unabhängige Tochtergesellschaft
Dazu gehört, dass Intel Foundry eine Tochtergesellschaft des Konzerns werden soll. Sie solle "komplett unabhängig" von Intel sein, so Gelsinger. Dazu werde nicht nur ein
eigenes Management, sondern auch ein eigener Vorstand eingerichtet. Auch die Finanzergebnisse sollen künftig getrennt von Intel ausgewiesen werden.
Ursprünglich hatte Intel das Foundry-Geschäft zu einem Schlüsselelement seiner Turnaround-Strategie gemacht. Man wolle Halbleiter für andere Chiphersteller produzieren und damit mit TSMC konkurrieren. Der Bereich hat jedoch die
Finanzen von Intel stark belastet.Intel verschiebt Baustart von Chipfabriken in Europa
Darüber hinaus kündigt der Chiphersteller an, dass die Arbeit an zwei Fabriken, die derzeit in Deutschland und Polen geplant sind, vorübergehend eingestellt werden.
Intel habe vor kurzem seine Kapazitäten in Europa durch die Produktionsstätte in Irland erhöht, "die auf absehbare Zeit unser wichtigstes europäisches Zentrum bleiben wird", schreibt Gelsinger. Die Projekte in Polen und Deutschland verschiebe man aufgrund der zu erwartenden Marktnachfrage um etwa zwei Jahre.
Intel hatte im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt den Bau von zunächst zwei Chipfabriken angekündigt. Dabei sollten rund 3000 Arbeitsplätze entstehen. Der erste Spatenstich war für dieses Jahr angepeilt worden. Deutschland wollte Intel dafür mit
Milliarden-Subventionen unterstützen. Jetzt ist in unserem nördlichen Nachbarland bereits ein Streit innerhalb der Koalition ausgebrochen, was man mit den noch nicht ausgegebenen MIlliarden anfangen könnte.
In den USA hingegen will Intel den Bau neuer Fabriken in Arizona, Ohio, Oregon und New Mexico weiter vorantreiben. Der Chip-Konzern hatte dazu eine zusätzliche Finanzierung in der Höhe von 3 Milliarden Dollar von der US-Regierung erhalten.
KI-Chip für Amazon
In seiner Mitteilung verkündet CEO Gelsinger daneben einen Deal mit AWS. Die Zusammenarbeit werde stark ausgebaut. Dies beinhalte eine gemeinsame Investition in kundenspezifische Chip-Designs und ein milliardenschweres Rahmenabkommen über Produkte und Wafer von Intel.
Konkret werde Intel Foundry einen AI Fabric Chip für AWSherstellen. Ausserdem werde Intel
einen benutzerdefinierten Xeon-6-Chip herstellen, der auf der bestehenden Partnerschaft aufbaue, in deren Rahmen Intel bereits Xeon-Prozessoren für AWS herstelle. Intel erwarte zudem eine intensive Zusammenarbeit mit AWS bei weiteren Designs, die Intel 18A, Intel 18AP und Intel 14A umfassen.
(Mit Material von Keystone-sda)