Aus einer Meldung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass Intel im zweiten Quartal seine Anteile an der Arm Holdings verkauft hat. Intel hielt 1,18 Millionen Aktien und hat durch den Verkauf gemäss
Berechnungen von 'Reuters' knapp 150 Millionen Dollar eingenommen.
Gegenüber der Nachrichtenagentur wollte sich Intel nicht zum Verkauf der Anteile äussern. Ein Analyst sagte, dass der Schritt im Einklang mit dem Umstrukturierungsplan und dem Fokus auf Liquidität und Effizienz zu stehen scheine.
Zu hohe Kosten bei Intel
Intel kündigte Anfang Monat einen grossen Stellenabbau an: Die
Belegschaft soll um mehr als 15% reduziert werden. Denn die Verlagerung der Ausgaben der Kunden weg von traditionellen Rechenzentrums-Chips hin zu KI-Chips macht dem Konzern zu schaffen. Im vergangenen Quartal hatte der Chiphersteller einen Verlust von gut 1,6 Milliarden Dollar verbucht. Der Umsatz sank um 1%.
CEO Pat Gelsinger nannte das Ergebnis "enttäuschend". Auch die Lage im zweiten Halbjahr werde schwieriger sein als bisher erwartet. Intels Kostenstruktur sei "nicht wettbewerbsfähig". "Unsere Kosten sind zu hoch, unsere Margen sind zu niedrig." Intel wolle sich auf die Entwicklung fortschrittlicher KI-Chips sowie den Ausbau seiner Kapazitäten im Auftragsfertigungsbereich konzentrieren.
Möglicher Verlust eines Softbank-Auftrags für KI-Chips
Im Auftragsfertigungsbereich verläuft das
Geschäft aber schleppend und es könnte ein weiterer Schlag folgen. Denn der japanische Softbank-Konzern habe Gespräche, die es mit Intel über die Fertigung eines KI-Chips geführt hatte, ohne Ergebnis beendet, schreibt die
'Financial Times' (Paywall). Intel hätte die geforderten Mengen nicht in der geforderten Zeit liefern können. Laut dem Bericht sind die Gespräche bereits vor Intels letztem Quartalsbericht und der Ankündigung des Stellenabbaus beendet worden.
Softbank, seit
2016 Besitzer von Arm, will offenbar Nvidia im KI-Bereich Konkurrenz machen. Dazu passt auch die Übernahme des KI-Chipherstellers Graphcore. Nun sollen Gespräche mit dem Auftragsfertiger TSMC laufen, dem weltweit grössten Fertiger, geht aus dem Bericht weiter hervor.