Bexio gehört
seit 4 Jahren der Mobiliar Versicherung. Zumindest nach Aussen war davon nicht viel zu spüren – bis jetzt.
Nun hat eine "Vereinfachung" der AGB bei Bexio für Aufregung gesorgt. Genau besehen waren aber nicht in erster Linie die neuen Geschäftsbedingungen, die Bexio das Teilen der Stammdaten mit dem Mutterhaus erlauben, das Hauptproblem. Nein, schwierig bis frech ist in erster Linie das
Friss-oder-Stirb-Prinzip, das Bexio anwendet: Entweder Kundinnen und Kunden akzeptieren, dass sie künftig von der "Mobi" mit Werbung belästigt werden, oder sie müssen innert zwei Wochen ihre komplette Buchhaltung zu einem neuen Softwareanbieter
migrieren.
In unserer
aktuellen Podcast-Folge reden wir detailliert über Bexio, Konkurrenzangebote und die Folgen für die Kundschaft. Darin besprechen wir allerdings nicht nur Unternehmen, die Kunden verärgern, vergraulen und wegschicken, sondern diskutieren auch die Massnahmen von Firmen, wie diese ihre Mitarbeitenden vom bequemen Homeoffice ist den Büroalltag zurückbeordern wollen. Beziehungsweise ihnen die Wahlfreiheit überlassen, wo sie arbeiten wollen.
Es ist nämlich so: Die 13 besten IT-Arbeitgeber, die wir zu
Hybrid Work befragt haben, betonen die Autonomie ihrer Mitarbeitenden. Richtlinien (das ist ein nettes Wort für Befehl) zur Rückkehr gibts praktisch nirgends. Die Teams können sich selbst organisieren, heisst es überall. Und selbstverständlich funktioniert überall alles reibungslos, bei hoher Produktivität und Zufriedenheit aller Beteiligten. Wenn das tatsächlich stimmt, ist das schön. Ganz überall wird das nicht so sein. Wie uns am letzten Inside Channels Forum erzählt wurde, haben viele Firmen auch Mühe, Mitarbeitende im Homeoffice zu halten. Loyalität sei nicht mehr dieselbe wie früher, hiess es da sinngemäss.
A propos Channels Forum: Dort hat HP-Chef Adrian Müller referiert, der kürzlich zum
Swico-Präsidenten gewählt wurde. Und ich gebe es an dieser Stelle zu: Ich verwechsle den Verband gerne mit dem Krankenversicherer Swica aus Winterthur, dessen CIO Fabian Ringwald
kürzlich unsere 10 Fragen beantwortete. Darin gab er unumwunden zu: "Ich war nie ein guter Programmierer." Schön fand ich ausserden seinen Tipp, dass es letztlich einfacher sei, einmal mit guter Begründung um Entschuldigung zu bitten, "statt alle Zweifelnden vorab vollständig zu überzeugen".