Der Softwareriese Microsoft gibt bekannt, Azure-OpenAI-Technologien allgemein verfügbar zu machen. Dies bietet Entwicklern Zugang zu prominenten KI-Modellen wie GPT-3.5, Codex und Dall-E 2. Letzteres kann
Bilder anhand von Spracheingaben erzeugen, Codex verwandelt
natürliche Sprache in Code. "In Kürze" so die Mitteilung werden Kunden auch auf ChatGPT zugreifen können. Der Textgenerator hat in den vergangenen Wochen für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt.
"Sprachmodelle werden zu einer wichtigen Plattform, um Innovationen in grossem Massstab zu ermöglichen", sagt Catrin Hinkel, CEO von Microsoft Schweiz. Azure OpenAI wurde im November 2021 für erste Kunden verfügbar gemacht. Ein Anwender ist Al Jazeera. "Der Azure OpenAI Service hat das Potenzial, unsere Content-Produktion in mehrfacher Hinsicht zu verbessern", so Jason McCartney, Vice President of Engineering bei Al Jazeera. Etwa könne die Technologie für Zusammenfassungen und Übersetzungen, die Themenauswahl oder die Durchsetzung von Schreibstil-Regeln verwendet werden.
Potenziell gefährliche Ergebnisse
Insbesondere ChatGPT sorgt derzeit für Schlagzeilen und Kopfzerbrechen. Was bedeutet die KI beispielsweise für den Bildungsbereich, wenn mit wenigen Texteingaben ganze Essays verfasst werden können, die von Menschen geschriebene Texte imitieren? Ausserdem könnten Falschinformationen in sekundenschnelle generiert werden. Ähnliches gilt für den Code-Generator: Wie kann verhindert werden, dass dieser für die Erstellung von Malware missbraucht wird?
Kritiker geben auch zu bedenken, dass KI-Applikationen Vorurteile wiedergeben und verstärken könnten, die sich aus ihrer Datenbasis ergeben.
Man wolle "Unternehmen verantwortungsvollen Zugang" zu KI-Modellen bieten, heisst es dazu von Microsoft. Laut der Mitteilung ist die Verfügbarkeit auf Kunden beschränkt, die von Microsoft festgelegte und veröffentlichte Standards für verantwortungsvolle und ethische KI-Prinzipien erfüllen und einhalten. Bevor den Kunden Zugang gewährt wird, müssen sie ihre geplante Anwendung beschreiben. Man arbeite eng mit OpenAI und Kunden zusammen, um Anwendungsfälle "sorgfältig zu bewerten, zu lernen und potenzielle Risiken anzugehen", schreibt Eric Boyd, Corporate VP, AI Platform bei Microsoft.
Microsoft war ein früher Investor in OpenAI. Nicht eingegangen wird in der aktuellen Ankündigung auf die Gerüchte, dass der Konzern Investitionen von weiteren 10 Milliarden US-Dollar in OpenAI plane. Berichten zufolge wird Microsoft einen Anteil von 75% an den Gewinnen von OpenAI erhalten, bis es seine Investition zurückverdient hat. Danach würden die Redmonder einen Anteil von 49% an OpenAI besitzen.