Nach Educase-Abbruch: Luzern informiert über nächste Schritte

4. April 2022 um 12:19
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Foto: Matthew Henry / Burst

Der Kanton will jetzt "zügig" eine neue Ausschreibung für die Schulsoftware starten. Die betroffenen Gemeinden könnten mit einer Übergangslösung arbeiten.

Am 18. März 2022 hatte die Entwicklerfirma Base-Net den Betrieb der Schuladministrationssoftware Educase im Kanton Luzern definitiv eingestellt. Strittig war zu diesem Zeitpunkt noch, wie die Herausgabe der Daten an die 64 Gemeinden ablaufen soll, welche Educase bereits eingesetzt hatten.
Der Kanton und der Verband Luzerner Gemeinden (VLG) hätten die Zustimmung zu einem vorgeschlagenen Verfahren verweigert, erklärt die Firma damals. "Stattdessen muss jetzt ein deutlich aufwendigeres Verfahren umgesetzt werden, das die Datenherausgabe verzögert." Für eine pragmatische Lösung sei man aber nach wie vor offen.

Gearbeitet wird jetzt mit einer Vorgängerversion

Offenbar scheint nun eine solche Lösung gefunden zu sein, wie das zuständige Luzerner Bildungs- und Kulturdepartement (BKD) mitteilt: "Der Lieferant hat zugesichert, dass er den betroffenen Gemeinden ihre Daten so schnell es ihm möglich ist, vollständig aushändigen wird." Die Schulen in den betroffenen Gemeinden könnten "derzeit mit einer Übergangslösung – basierend auf einer Vorgängerversion – die administrativen Belange für den Schulalltag bewältigen".
Gleichzeitig gibt das BKD bekannt, wie es mit dem Projekt weitergehen soll, dessen Abbruch im Februar verkündet worden war. Man habe zusammen mit dem VLG die nächsten Schritte für die Beschaffung einer neuen Schuladministrationssoftware festgelegt.

Neuer Projektausschuss gegründet

Eine erste Sitzung des neuen Projektausschusses habe vergangene Woche stattgefunden. Darin sind der VLG sowie das BKD vertreten. In einem Fachausschuss würden zudem die Schulleitungen und Mitarbeitenden der Schulsekretariate eingebunden.
Der Ausschuss habe einstimmig beschlossen, "die öffentliche Ausschreibung zügig an die Hand zu nehmen". Primäre Aufgaben in den kommenden Wochen seien die Projektplanung und die Vorbereitung der Ausschreibung für die neue Software, dazu würden die Detailvorgaben festgelegt.
Bis wann eine neue Software zur Verfügung stehen könnte, sei noch offen, teilte das BKD auf Anfrage von 'Keystone-SDA' mit. Die Projektleitung erarbeite in Abstimmung mit dem Projektausschuss den Terminplan. Die Eckpunkte würden später kommuniziert.
Die gescheiterte Educase-Einführung und weitere kantonale IT-Projekte sind auch Thema im Parlament. Dort verlangt eine Motion vom Regierungsrat, "in einem Bericht Rechenschaft über folgende kritischen oder gescheiterten Informatikprojekte abzulegen: Projekt Edustar, Projekt Educase, neue Steuersoftware, Serviceportal Kanton – Gemeinden".

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