Bei der Lancierung von technischen Neuerungen lassen sich Vorfälle nie ausschliessen, sagte Skyguide-Chef Alex Bristol in einem Interview.
Der Chef der Flugsicherung Skyguide, Alex Bristol, hat die jüngste Häufung von Pannen auf neue technische Innovationen zurückgeführt. Bei deren Lancierung liessen sich solche Vorfälle nie ganz ausschliessen, wie Bristol in einem Interview mit der 'Aargauer Zeitung' (Paywall) sagte.
Bristol betonte mehrfach, dass die Sicherheit im Schweizer Luftraum immer gewährleistet war und ist. Die Häufung von Vorfällen lasse sich aber nicht leugnen, sagte der Skyguide-Chef. Eine interne Untersuchung sei zum Schluss gekommen, dass sich die Störungen unabhängig voneinander ereignet hatten.
Als Reaktion auf die jüngsten Vorfälle habe Skyguide die Kapazitäten bei den Flugbewegungen in Zürich und Genf zwischen März und Anfang Juni reduziert. Da in dieser Zeit kein Hochbetrieb herrsche, sei dieser zusätzliche Puffer nicht spürbar. Im Hinblick auf die Hochsaison im Sommer würden zwei Software-Updates lanciert. "Diese werden die Stabilität massgeblich verbessern", versprach Bristol.
Im Wissen um die Häufung von Pannen hätte er schon früher auf Rückfallsysteme fokussieren müssen, sagte der Skyguide-Chef. Das Grossprojekt Virtual Center setze Skyguide ohne Rückfallsystem um. Mit dem Projekt wolle das Unternehmen sein System komplett virtualisieren. Rückfallsysteme seien in der Regulierung nicht vorgesehen. Entsprechend wenige Flugsicherungen in Europa hätten eines. "Hier werden wir künftig mehr investieren müssen", sagte Bristol. Heute würden jährlich 65 Millionen Franken dafür aufgewendet. "Künftig, denke ich, sind mindestens 100 Millionen Franken nötig", sagte er.