Die erste Schweizer Autohandels-Blockchain geht in Betrieb

22. Juni 2020, 13:55
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Cardossier – ein Konglomerat von Autohändlern, Versicherern und Behörden – gibt Gas. Es ist eine Premiere.

Cardossier, ein öffentlich-privates Blockchain-Ökosystem in der Schweiz und Liechtenstein nimmt seinen Betrieb auf. Dies meldet der Betreiber-Verein und fügt an, es handle sich um eine Premiere.
Bei Cardossier handelt es sich um eine permissioned Blockchain, mit welcher der gesamte Lebenszyklus eines Fahrzeugs festgehalten werden soll, und zwar lückenlos.
Bis anhin werden die Daten dezentral gespeichert und können fehlerhaft sein, weil sie nicht aktuell oder unvollständig sind oder die Historie manipuliert wurde. "Heisst 'unfallfrei' tatsächlich unfallfrei?" laute eine der Fragen, die man mit Blockchain-basierten Datensätzen zweifelsfrei beantworten könne.
Entscheidend bei einer lückenlosen Blockchain ist es, dass alle relevanten Stakeholder auch dabei sind: Also beispielsweise die Hersteller, die Autohändler, die Occasionshändler oder auch das Bundesamt für Strassen Astra.
Letzteres sei auch Vereinsmitglied, heisst es in der Mitteilung stolz.
Neben den Mitgliedern benötigt man Daten und die technologische Plattform. Beides sei ebenfalls betriebsbereit. "Die ersten elf Millionen Datensätze wurden in den vergangenen Tagen vom Vereinsmitglied auto-i-dat auf die in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Softwareunternehmen Adnovum entwickelte Plattform geladen".
Es hatte sich Anfangs 2019 angedeutet, dass Cardossier tatsächlich ab Boden kommen könnte, als man Vereinsmitglieder wie die Universität Zürich, den Informatikbereich der Hochschule Luzern, den Autohändler AMAG, den Versicherer AXA, die Sharing-Plattform Mobility und das Strassenverkehrsamt Aargau von sich überzeugt hatte.
Inzwischen sind unter anderem auch Emil Frey, AutoScout24 und der TCS hinzugekommen, so dass der Begriff "Ökosystem" berechtigt ist. Noch ist es aber bei weitem nicht komplett, und die bis anhin eingepflegten Daten sind nur für die Vereinsmitglieder zugänglich. Eine Öffnung für Private – also die Käufer – sei geplant, allerdings erst "im Verlaufe der nächsten Jahre".
Initiator war vor rund 2 Jahren Adnovum. Die Firma stellte das Konzept an einem sehr gut besuchten IT-Frühstück hoch über Zürichs Dächern vor, als Events zu permissioned Blockchains noch ein Novum waren.
Cardossier soll, wenn dereinst Vollbetrieb herrscht, 800'000 jährliche Besitzerwechsel von Autos sicher und gesetzeskonform in den Griff kriegen.

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