Die IT-Woche 4

24. Januar 2020, 16:30
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Eine Erklärung von Swisscom, ein Google-Projekt bei Swiss und eine grosse Citrix-Lücke sorgten diese Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Mindestens 14 Schweizer Firmen wurden bereits Opfer einer Citrix-Lücke

Bereits Mitte Dezember informierte Citrix über eine Schwachstelle in seiner Software. Mitte Januar warnte ein Security-Experte eindringlich vor der Lücke, deren Gefährlichkeit von der US-Zertifizierungsstelle NIST mit 9,8 von 10 Punkten bewertet wurde. Damals sagte er aber, dass ihm noch kein tatsächlicher Exploit "auf freier Wildbahn" bekannt sei. Kürzlich trafen verschiedene Meldungen von Exploits ein – auch aus der Schweiz. Melani hatte Kenntnis von 14 infizierten Unternehmen in der Schweiz. Mittlerweile hat Cisco fast alle Patches ausgerollt und auch ein "Verificiation Tool" publiziert, um die eigenen Systeme auf Verwundbarkeit zu überprüfen. Zudem hat Security-Spezialist FireEye einen Scanner veröffentlicht, mit dem man nach Indikatoren suchen kann, die auf kompromittierte Instanzen hindeuten.

SBB wählt strategische SAP-Partner

In einem selektiven Verfahren hat die SBB zwei strategische SAP-Partner für die nächsten fünf Jahre gewählt. Der Auftrag geht an Itesys und Itelligence. Gemäss der Publikation auf Simap sind insgesamt vier Angebote mit einer Preisspanne zwischen 6,9 und 8 Millionen Franken eingegangen. Der Vertrag beläuft sich auf fünf Jahre und kann maximal fünf Mal um ein weiteres Jahr verlängert werden. Bei der SBB stehen grosse Transformationsthemen an, wie die Integration von SaaS-Lösungen in den operativen Betrieb sowie die Vorbereitung für einen Wechsel auf S/4Hana. Mit der aktuellen Ausschreibung suchte das Unternehmen Partner, die in der Lage sind, der SBB Service- und Beratungsleistungen für den technischen Systembetrieb zu erbringen.

Twint zickte rund drei Tage lang

Eine grosse Störung verhinderte Überweisungen mit Twint. Im Zentrum des Interesses stand Postfinance. "Twint-Überweisungen funktionieren offensichtlich seit Freitag nicht. Pendente Gelder werden den Empfängern gutgeschrieben, sobald die Systeme wieder arbeiten", twitterte die Bank auf Anfrage eines Kunden. Die Störung konnte am 21. Januar behoben worden. Die pendenten Transaktionen wurden anschliessend laufend verarbeitet. Dies nahm aufgrund des grossen Transaktionsvolumen, einige Zeit in Anspruch. Betroffen waren aber nicht allein Postfinance-Twint-Kunden. Unklar ist, ob die Ursache bei Twint oder Postfinance lag. "Twint ist ein äusserst komplexes technisches Konstrukt, welches aus diversen Komponenten und Parteien besteht. Eine detaillierte Ursachenanalyse, was genau das Problem ausgelöst hat, ist noch im Gange," sagte uns ein Sprecher von Postfinance.

Lufthansa und Google entwickeln Planungs-Plattform, Swiss geht voran

Die Lufthansa Group hat Google Cloud als strategischen Partner für den Bau einer neuartigen Planungs-Plattform auserkoren. Die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss wird die ersten Tests durchführen. Und auch der Hauptentwicklungsstandort ist  in der Schweiz, nämlich in Zürich, wo Google einen sehr grossen Standort betreibt. Ein weiterer Entwicklungsstandort ist Frankfurt. Die neue Plattform soll vor allem dann helfen, wenn Probleme den Flugplan von Passagieren durcheinandergebracht haben, zum Beispiel Verspätungen, schlechtes Wetter oder technische Probleme. Wie uns eine Swiss-Sprecherin erklärte, werden sich an der Entwicklung rund 100 Mitarbeitende von Google, Swiss und der gesamten Lufthansa-Group beteiligen.

Warum es zur Swisscom-Störung kam

Am Freitag, 17. Januar, kam es zu einer weitreichenden Störung im Festnetz von Swisscom. Das Problem beeinträchtigte auch die Notfallnummern und Personen wurden dazu aufgerufen, das Mobilnetz zu benutzen. "Ursache der Störung war eine nicht richtig funktionierende Netzwerk-Komponente", erklärte Swisscom auf unsere Anfrage. Vertiefte technische Angaben mache man nicht. Mit einem Neustart habe das Problem behoben werden können. "Die Aktivierung der Redundanz ist nicht erfolgt, weil die Systemumgebung die fehlerhafte Netzwerkkomponente nicht als solche erkannt hat", führte Swisscom aus. Der Konzern habe technische Massnahmen umgesetzt, damit diese Störung so nicht mehr passieren könne.

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