U-Blox verabschiedet sich von der Börse

15. Mai 2026 um 13:11
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Foto: SIX

Fast 20 Jahre lang war der Chiphersteller an der SIX kotiert. Nach der Übernahme durch Advent wird U-Blox privatisiert.

Die Aktien von U-Blox werden am Freitag, 15. Mai, zum letzten Mal an der Schweizer Börse SIX gehandelt. Fast 20 Jahre waren die Titel des Chipherstellers ein fester Bestandteil der Börse, nun verschwinden sie nach einer Übernahme per 18. Mai vom Börsenparkett.
Gegründet wurde U-Blox 1997 als Spin-off der ETH Zürich. Die Gründer Daniel Ammann, Jean-Pierre Wyss und Andreas Thiel, allesamt Absolventen des Polytechnikums, entwickelten damals den kleinsten GPS-Empfänger in Modulform auf dem Markt. Ein erstes Projekt war gemäss Firmenhistorie das Schweizer Mautsystem für Lastwagen, das mit Technologie des Jungunternehmens ausgestattet wurde.
Im Jahr 2002 versuchte U-Blox den Sprung vom kleinen ETH-Spin-off zum globalen Chiphersteller. Statt wie bisher GPS-Module auf Basis fremder Technologie zu entwickeln, setzte das Unternehmen erstmals auf eigene GPS-Chips.

IPO im Jahr 2007

Zehn Jahre nach der Firmengründung wagte U-Blox 2007 den Schritt an die Schweizer Börse. Mit einem Emissionspreis von 51 Franken starteten die Titel am 26. Oktober in den Handel. Damals beschäftigte das Unternehmen 69 Angestellte, davon 48 in der Schweiz. Dazu kamen Niederlassungen in den USA, Singapur und Hongkong.
In den folgenden Jahren wuchs das Unternehmen. Den kurstechnischen Höhepunkt erreichten die U-Blox-Titel im Sommer 2016. Zwischenzeitlich notierten die Aktien bei rund 246 Franken. Letztmals in dieser Grössenordnung lag der Kurs im Juni 2018 mit einem Wert von über 200 Franken.
Im zweiten Halbjahr 2018 verloren U-Blox-Titel hingegen über 60% ihres Werts. Grund dafür waren Gerüchte über eine geplante Übernahme des Konkurrenten Telit und schwache Zahlen.

Rekord und tiefer Fall

Getrieben durch die Komponentenknappheit in der Corona-Pandemie legte U-Blox 2022 ein Rekordjahr hin. Der Umsatz stieg auf knapp 624 Millionen Franken, der Gewinn erreichte fast 90 Millionen. Nach dem Boom in der Pandemie brach die Nachfrage jedoch stark ein. Gleichzeitig bauten Industriekunden in der Krise zuvor aufgebaute Lagerbestände ab.
Der Umsatz fiel 2023 erstmals deutlich und halbierte sich 2024 beinahe auf noch rund 263 Millionen Franken. Besonders belastend wirkte das verlustreiche Cellular-Geschäft, für das das Unternehmen lange einen Käufer suchte. Anfang 2025 entschied sich U-Blox schliesslich, die Sparte ganz aufzugeben und sich wieder stärker auf die Positionierungs- und GNSS-Technologie (Global Navigation Satellite System) zu konzentrieren. Kurz darauf wurde das Mobilfunkgeschäft an den irischen Produzenten Trasna verkauft.
Gleichzeitig legte das Unternehmen Sparprogramme auf und strich Stellen, um die Profitabilität zu stabilisieren. Trotz erster Erholungstendenzen blieb die operative Entwicklung zuletzt volatil, und unter dem Strich blieben Verluste.

Übernahme durch Advent

Mitte August 2025 wurde schliesslich die Übernahmeabsicht durch Zenith, einer luxemburgischen Tochter der US-Private-Equity-Gesellschaft Advent, bekannt. Advent bot 135 Franken pro Aktie, was einem Aufschlag von rund einem Drittel entsprach. Das Angebot überzeugte die Aktionäre und der Kauf wurde schliesslich Ende 2025 vollzogen.
Neben den neuen Besitzern bekam U-Blox eine neue Führungsspitze. Der bisherige Konzernchef Stephan Zizala wechselte in den Verwaltungsrat, während die bisherige Finanzchefin Camila Japur und Mitgründer Andreas Thiel die Funktion als Co-CEOs übernahmen.
Da U-Blox nach Abschluss der Übernahme von den Offenlegungspflichten der SIX befreit war, gibt es keine detaillierten öffentlichen Angaben mehr zur operativen Entwicklung. Daher lässt sich nur schwer beurteilen, wie es dem Unternehmen aktuell geht. Offen bleibt auch, wie es für U-Blox nach dem bevorstehenden Börsenabschied weitergeht.

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