Der Berner Stadtrat hat zähneknirschend einen
Ende des letzten Jahres beantragten weiteren Nachkredit von 2,5 Millionen Franken für die problematische Lösung Citysoftnet bewilligt. Diesmal ging es um Mehrkosten beim Betrieb des Fallführungssystems für Sozialämter, insbesondere zusätzliche Personalkosten im Sozialdienst sowie Ausgaben für den Rückbau des alten Systems. Eigentlich hätte Citysoftnet die Arbeit der Sozialämter effizienter und den IT-Betrieb günstiger machen sollen, seit
seiner Einführung im Juni 2023 war aber eher das Gegenteil der Fall.
Die Fraktionen Mitte, FDP und GLP/EVP lehnten den mittlerweile siebten Nachkredit ebenso wie die SVP ab. Die Kostenkontrolle sei bei Citysoftnet unzureichend, und das Projektmanagement weise gravierende Mängel auf. Die Betriebskosten hätten sich seit 2018 nahezu verdoppelt und seien nicht allein durch Teuerung erklärbar.
Zudem ist schon seit langem
eine kantonale Lösung für Fallführungssysteme geplant. Die Basis soll
eine Lösung von Glaux Soft bilden. Daher sei es unverantwortlich, weiterhin erhebliche Mittel in ein System zu investieren, das bald abgelöst werden dürfte. Statt weiterer Nachkredite brauche es vollständige Kostentransparenz und eine verlässliche Budgetierung.
Geld ist weg
Geschlossen für den Nachkredit stimmten die SP/Juso- und die GB/JA-Fraktion. Es gehe um die nachträgliche Finanzierung von Leistungen, die bereits erbracht worden seien, sagte Helin Genis (SP). Die Mitarbeitenden dürften nicht länger unter instabilem Betrieb leiden.
Auch Franziska Geiser (GB) betonte, die Ausgaben seien unumgänglich gewesen. Der Rat sprach den Nachkredit schliesslich mit 37 zu 26 Stimmen bei sechs Enthaltungen.
Die Umstellung auf Citysoftnet im Jahr 2023 belastete das Personal stark und hatte Nachkredite von inzwischen über elf Millionen Franken zur Folge, wie Oliver Berger (FDP) im Rat vorrechnete. Zuletzt hatte das Parlament im August 2025 zusätzliche Mittel genehmigt, damals für das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz.