"VMware wird der Software-Arm von Broadcom"

11. November 2022 um 14:53
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VMware-CEO Raghu Raghuram vor Partnern, Kunden, Analysten und der Presse. Foto: VMware

Die Broadcom-Akquisition von VMware ist in aller Munde. An der Hausmesse von VMware lässt CEO Raghu Raghuram ein paar wenige Informationen durchscheinen.

Seit Broadcom im Mai 2022 angekündigt hatte, das Tech-Unternehmen VMware für 61 Milliarden zu kaufen, gab es zahlreiche kritische Stimmen und Analysen von Marktexperten. Manche Wettbewerbshüter und Kunden fürchten negative Konsequenzen wie Preiserhöhungen oder Wettbewerbs­ver­zer­rungen. Zudem tauchten Fragen auf, was mit den Produkten passieren wird, die nicht in das Broadcom-Portfolio passen.
VMware-CEO Raghu Raghuram erklärte damals gegenüber Partnern, dass Broadcom nicht nur VMware kaufe, sondern "auch die Strategie von VMware für die absehbare Zukunft", wie er von 'CRN' zitiert wird. Broadcom plane, die Innovation am Leben zu erhalten und die Kunden halten zu können. In einem Blogpost versicherte Broadcom-Chef damals, dass die Preise bei VMware nicht steigen werden.
Auch an der VMware Explore 2022 in Barcelona wurde die Akquisition thematisiert. "VMware wird der Software-Arm von Broadcom werden", sagte Raghuram vor Kunden, Partnern, Analysten und der Presse. Vor den Journalistinnen und Journalisten öffnete er sich dann noch ein bisschen mehr: "Was heisst Software-Arm? Broadcom wird zwei Businesses haben, unter anderem ein Software-Business, das von VMware geleitet wird." Auf die Frage, welchen Einfluss die Übernahme auf die Stellen haben werde, gabs keine Antwort.
Für die Schweiz sind das Ausmass und die Auswirkungen der Übernahme noch unbekannt. Die Schweiz sei noch in der Entdeckungsphase, so Schweiz-Chef Thomas Krieg im Gespräch mit inside-it.ch. Der Prozess werde von externen Regulatoren bestimmt, es liege an Broadcom zu entscheiden, wie es weitergehe.
Schweizer Kunden wie etwa die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) zeigen sich jedoch optimistisch. Es sei verständlich, dass es Änderungen im Business geben wird. "Wir sind uns jedoch sicher, dass wir weiterhin mit VMware arbeiten können", sagte Philippe Morel, Leiter IT Infrastructure and Operations bei EPFL, gegenüber inside-it.ch. Die Akquisition bringe grosse Chancen mit sich. "Wenn wir beispielsweise auf Project Monterey schauen: Jetzt haben sie einen Geldgeber, den VMware braucht, um die Virtualisierung der Server weiter voranzutreiben", erklärt Morel weiter. Die Übernahme bringe eine grosse Gelegenheit für VMware, um die Virtualisierung zu revolutionieren.
Die Dinge seien auf dem richtigen Weg, lässt sich CEO Raghuram auf der US-amerikanischen Explore 2022 zitieren. Die behördlichen Genehmigungen seien in Arbeit und VMware arbeite mit dem Broadcom-Team zusammen, um die Tiefe und Breite des Geschäfts und Produktportfolios zu vermitteln. In der Zwischenzeit agieren VMware als völlig unabhängiges, eigenständiges Unternehmen mit einer eigenen Ausführungsschiene und Strategie, erklärte er auch in Barcelona.
Im Blogpost werden insbesondere die Tanzu-Produkte ausdrücklich angesprochen. Der Broadcom-Chef sehe diese als strategischen Teil des VMware-Softwareportfolios, und das werde auch so bleiben. An der Explore in Barcelona gab es etwa zahlreiche neue Ankündigungen für das Tanzu-Portfolio.
Interessenbindung: Inside-it.ch wurde vom Hersteller an die "VMware Explore 2022" eingeladen (Flug, Hotel).

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