Werbung soll Metas Milliardenwette auf KI finanzieren

29. Januar 2026 um 10:28
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Illustration: Mariia Shalabaieva / Unsplash

Der Facebook-Konzern investiert dreistellige Milliardenbeträge in den KI-Ausbau. Das weiterhin stark wachsende Werbegeschäft soll die Kosten tragen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will seine Online-Plattformen mit Künstlicher Intelligenz stärker auf einzelne Nutzerinnen und Nutzer zuschneiden. Heute seien Dienste des Facebook-Konzerns Meta dazu da, mit Freunden in Kontakt zu bleiben oder interessante Dinge zu entdecken, sagte Zuckerberg. Bald werde man beim Öffnen der Meta-Apps aber auf eine KI treffen, "die einen versteht".
Diese Software werde "einzigartige persönliche Ziele" der Menschen erkennen können, versprach er. Mit diesem Wissen sollen dann jedem Einzelnen "Inhalte angezeigt werden, die ihnen helfen, ihr Leben so zu verbessern, wie sie das möchten", kündigte der Meta-Chef an.
Zu Meta gehören unter anderem auch Instagram und der Chatdienst Whatsapp. Der Konzern verdient sein Geld mit Online-Werbung auf den Plattformen. Und auch hier soll KI eine grössere Rolle spielen. So werde man Nutzerinnen und Nutzern helfen, Produkte zu finden, die sie interessieren, sagte Zuckerberg.

Gewaltige Investitionen

Die Beiträge in den Apps sollen mit dem KI-Wandel zudem interaktiver werden. Ein User werde zum Beispiel per Sprachbefehl an die Software ein eigenes Spiel gestalten und es mit anderen Teilen können, stellte Zuckerberg in Aussicht. Heute seien auf den Plattformen vor allem Videos zu finden. Bei Meta gehe man nicht davon aus, dass dies das "endgültige Format" sein werde.
Um die geplante KI-Zukunft herbeizuführen, ist Zuckerberg zu gewaltigen Investitionen bereit. Für das laufende Jahr stellte Meta Kapitalinvestitionen zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar in Aussicht. 2025 gab der Konzern vor allem für den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz gut 72 Milliarden Dollar aus.

Werbung bezahlt die KI-Wette

Das Geld für den KI-Ausbau kommt weiterhin vor allem aus dem boomenden Geschäft mit Werbung auf Plattformen wie Facebook und Instagram. Auf mindestens eine Meta-App greifen inzwischen täglich 3,58 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer zu, 7% mehr als vor einem Jahr. Facebook und Whatsapp kämen auf jeweils mehr als zwei Milliarden tägliche Nutzende, Instagram liege knapp unter der Marke, sagte Zuckerberg.
Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 24% auf knapp 59,9 Milliarden Dollar hoch. Das lag über den Erwartungen der Analysten. Unterm Strich legte der Quartalsgewinn um 9% auf 22,77 Milliarden Dollar zu. Zugleich übertraf Meta mit einem Umsatzausblick von 53,5 bis 56,5 Milliarden Dollar für das laufende Quartal die Prognosen der Marktexperten.

Erneut gewaltiger Verlust bei virtuellen Welten

In der seit langem verlustreichen Sparte Reality Labs, die virtuelle Welten und Technik wie VR-Headsets und Computer-Brillen entwickelt, stieg der operative Verlust im vergangenen Quartal auf gut sechs Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal waren es noch knapp fünf Milliarden. Meta setzte jüngst den Rotstift bei Stellen in dem Bereich an. Zuckerberg hatte gross auf virtuelle Welten unter dem Namen Metaverse gesetzt - und den Facebook-Konzern in Meta umbenennen lassen, um den Fokus zu untermauern.
Der Meta-Chef sagte nun, die Entwicklungen der Sparte würden in der KI-Zukunft noch nützlich sein. Zudem werden bei Reality Labs auch die Brillen mit Kamera und Mikrofon entwickelt, die sich nur geringfügig von herkömmlichen Fassungen unterscheiden, aber als Augen und Ohren für die Meta-KI dienen können. Das sieht Zuckerberg als wichtige Technik für die Zukunft, die der Software den nötigen Kontext liefern kann, um nützlicher zu werden.

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