Microsoft streicht 10'000 Stellen

18. Januar 2023 um 10:50
letzte Aktualisierung: 23. Januar 2023 um 08:33
  • people & jobs
  • Stellenabbau
  • international
  • microsoft
image
Microsoft-Hauptquartier in Redmond. Foto: Wikimedia / Lizenz CC BY-SA 4.0

Die Entlassungswelle bei US-Tech-Firmen ebbt nicht ab. Jetzt triffts auch tausende Microsoft-Angestellte. Redmond zahlt 1,2 Milliarden Dollar an Abfindungskosten.

Diversen übereinstimmenden Medienberichten zufolge will Microsoft noch heute mit der Entlassung von tausenden Mitarbeitenden beginnen. 'Sky News' zufolge sollen 5% der rund 220'000 Angestellten des Konzerns betroffen sein. Mittlerweile hat Microsoft bestätigt, dass 10'000 Mitarbeitende entlassen werden, also knapp weniger als die zunächst kolportierten 5%. Die Abfindungskosten betragen 1,2 Milliarden Dollar, schreibt der 'Telegraph'. Ausserdem würden "Änderungen am Hardware-Portfolio" vorgenommen und "Büroflächen reduziert", zitiert die Zeitung aus einem Memo von CEO Satya Nadella.
Wie es bei 'The Information' (Paywall) heisst, seien Software-Engineering-Teams und Mitarbeitende, die Vertriebsteams von Azure unterstützen, betroffen. Teams, die keine Einnahmen generieren würden oder deren Rollen keine bestimmten Verkaufsquoten haben, seien besonders gefährdet, schreibt das Magazin mit Berufung auf eine Person mit Kenntnis der Situation. Nebst Mitarbeitenden aus der Konzernzentrale seien auch "Aussendienst-Teams in verschiedenen Regionen" betroffen, heisst es im Bericht weiter.

Entlassungen sind "schwierig, aber notwendig"

Nadella machte keine Angaben dazu, welche Bereiche konkret vom Jobabbau betroffen sein werden. Er versprach betroffenen Mitarbeitenden, dass das Management bei den Entlassungen so "rücksichtsvoll und transparent" wie möglich vorgehen werde. Solche Entscheidungen seien "schwierig, aber notwendig", schrieb er. Nadella betonte jedoch, dass den Job-Kürzungen auch Neueinstellungen und Investitionen in Bereichen von entscheidender strategischer Bedeutung gegenübergestellt werden würden.
Dem Stellenabbau vorausgegangen war ein schwaches Quartalsergebnis. In den drei Monaten bis September betrug das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr 11% – "der schwächste Wert seit mehr als 5 Jahren", berichtete das 'Wallstreet Journal'.

Microsoft Schweiz nimmt keine Stellung

Bei seiner letzten Entlassungswelle hat Microsoft im Sommer 2022 rund 1000 Jobs gestrichen. Bis heute haben zahlreiche weitere Big-Tech-Firmen tausende Stellen abgebaut. Dem Spardruck zum Opfer gefallen sind 18'000 Jobs bei Amazon, 11'000 bei Meta, 8000 bei Salesforce, 6000 bei HP, 5000 bei Micron, 4000 bei Twitter und "Tausende bei Citrix und Tibco".
Unklar bleibt, ob die Schweiz vom Stellenabbau betroffen ist. Ein Sprecher von Microsoft Schweiz wollte "zu diesem Zeitpunkt" keinen Kommentar abgeben. Laut Angaben auf der Webseite beschäftigt Microsoft hierzulande rund 1000 Mitarbeitende.
Update 16.40 Uhr: Microsoft bestätigt die Gerüchte vom Vormittag. Titel und erster Abschnitt entsprechend geändert. Aussagen von CEO Satya Nadella ergänzt.

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Zürcher Sicher­heits­direktion sucht CISO

Im Rahmen einer Nach­folge­regelung ist die Sicher­heits­direktion des Kantons Zürich auf der Suche nach einer oder einem Informations­sicher­heits­beauftragten.

publiziert am 16.4.2024
image

CKW ernennt neuen Leiter des Netz-Bereichs

Thomas Reithofer verantwortete bisher den Geschäftsbereich Energie. Sein Vorgänger orientiert sich beruflich neu.

publiziert am 15.4.2024
image

Co-CEO Thomas Beck verlässt Avaloq

Martin Greweldinger wird alleiniger CEO des Bankensoftware-Herstellers.

publiziert am 12.4.2024
image

IT-Fachkräftemangel: Schweiz und Deutschland im Rekrutierungs-Wettstreit

Die Rekrutierung von deutschen Informatikerinnen und Informatikern dürfte für Schweizer Unternehmen künftig schwieriger werden. Unserem Nachbarland fehlen bis 2040 ebenfalls viele Fachkräfte.

publiziert am 12.4.2024